OeNB rechnet mit harmonisierter Inflationsrate von 1,4 %

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet heuer eine nach EU-Standard harmonisierte Inflationsrate (HVPI) von 1,4 Prozent. Für die Folgejahre 2021 und 2022 lautet die Schätzung auf 1,5 bzw. 1,6 Prozent, wie die OeNB am Dienstag mitteilte. Gegenüber den Prognosen von Oktober entspricht das einer leichten Senkung der Aussichten.

Im Herbst war die OeNB noch von Teuerungsraten von je 1,6 Prozent für 2020 sowie 2021 ausgegangen. Für die niedrigere Inflationsrate 2020 seien vor allem die gesunkenen Rohölpreise verantwortlich, so die OeNB. Die OeNB schätzt die Kerninflation – die Teuerung ohne Energie und Nahrungsmittel – für 2020 deutlich höher auf 1,7 Prozent.

Der dämpfende Effekt der Energiepreise werde nach Einschätzung der Nationalbank bis Ende 2020 anhalten, ab dann dürfte die Energiekomponente aber wieder inflationstreibend wirken. Gestützt werden dürfte die Teuerung ab 2021 zudem durch ein wieder dynamischeres Wirtschaftswachstum.

Die Messung der Inflationsrate sei immer auch mit Ungenauigkeiten behaftet, so die OeNB. So seien derzeit der Online-Handel sowie die Kosten von Eigenheimen nicht in der Berechnung der Teuerung erfasst. Da der Online-Handel potenziell preisdämpfend wirken würde, spreche das Fehlen der Komponente für eine leichte Überschätzung der Inflation. Die Einbeziehung der Kosten von Eigenheimen würde die Inflation dagegen wegen der steigenden Immobilienpreise eher nach oben treiben und damit für eine Unterschätzung der Teuerung sprechen. In Summe würden sich die beiden Messfehler tendenziell ausgleichen, schreibt die OeNB.

Die Statistik Austria plane jedoch, die Komponente Online-Handel in Zukunft in ihre Messung aufzunehmen. Eine Einbeziehung der Kosten von Eigenheimen sei jedoch aus methodischen und rechtlichen Gründen derzeit nicht möglich, so die Nationalbank.

Wie ist Ihre Meinung?