Österreich beim gemeinsamen EU-Gaseinkauf dabei

Kanzler Nehammer für EU-weiten Preisdeckel bei Gas © APA/AFP/POOL/GEERT VANDEN WIJNGAERT

Österreich ist beim gemeinsamen Gaseinkauf der Europäischen Union dabei. „Wir haben unsere Quantitäten eingemeldet“, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Freitag am Rande eines EU-Gipfels in Brüssel, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Über die von der EU-Kommission eingerichtete und koordinierte Plattform soll das Gas am Weltmarkt für die gesamte EU erworben werden. Das Bündeln der Kaufkraft macht einen niedrigeren Preis möglich.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine Ende Februar gilt die Versorgung Europas mit Gas aus Russland als gefährdet. Schon jetzt hat Moskau die Lieferungen nach Österreich, Deutschland und andere EU-Staaten stark gedrosselt oder komplett gestoppt. Berlin rief am Donnerstag die Alarmstufe im „Notfallplan Gas“ aus, Österreich nicht.

Deutschland brauche diese nächste Warnstufe, damit es noch mehr Kohlekraftwerke ans Netz bringen könne, erklärte Nehammer. „Österreich hat generell einen anderen Energiemix“, so der Bundeskanzler weiter: „Wir haben im Sommer sehr viel Wasserkraft zu Verfügung, Sonne und Wind; brauchen weniger Gas zur Energieerzeugung von Strom.“ Österreich habe aber auch die Frühwarnstufe ausgerufen, „wir nehmen die Entwicklung sehr, sehr ernst“, betonte Nehammer.

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck befürchtet angesichts der drohenden Gastnotlage einen Domino-Effekt hin zu einer schweren Rezession in seinem Land. „Klar ist auch, wenn die deutsche Wirtschaft einen schweren Einbruch erleidet, hängt natürlich Österreich mit dran, weil wir ganz enge Partner sind“, sagte Nehammer.

Bei dem Treffen der 27 EU-Staats- und Regierungschefs drangen einige EU-Staaten auch auf einen Preisdeckel für Gas. Das Erreichen eines EU-weiten Preisdeckels wäre eine Sensation, sagte Nehammer. Das unterstütze auch Österreich, allerdings sei das „technisch schwer“ umzusetzen. Die EU-Kommission habe den Auftrag nach Lösungen zu suchen und „alles, was da positiv an Lösungen kommt, nehmen wir gerne mit“, so der Bundeskanzler.

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