Österreich könnte sich mit 267 Mio. Euro an Lufthansa beteiligen

Die Republik Österreich könnte sich an der deutschen AUA-Mutter Lufthansa beteiligen, damit die österreichische Tochterairline AUA zu frischem Eigenkapital kommt. In einem unbestätigten Bericht der „Presse“ am Mittwoch (Online-Ausgabe) ist von 267 Mio. Euro die Rede. Dieses Geld würde dann von der Konzernmutter zur AUA kommen. Indes heißt es von der COFAG, der Antrag auf Staatshilfe sei noch nicht genehmigungsfähig.

Die 267 Mio. Euro würden laut aktuellem Börsenwert einer Beteiligung von knapp sieben Prozent an dem deutschen Luftfahrt-Konzern entsprechen, rechnete die Zeitung vor. „Der Rest der Staatshilfe würde sich auf Kreditgarantien (410 Mio. Euro) und einen nicht-rückzahlbaren Zuschuss für Fixkosten bei geschlossenen Unternehmen (gedeckelt auf 90 Mio. Euro) aufteilen“, berichtete die „Presse“ ohne Quellenangabe.

Die AUA hat am Dienstagabend in Österreich 767 Mio. Euro an Staatshilfen aus dem Corona-Hilfsfonds beantragt. Ein großer Teil der Summe bestehe aus rückzahlbaren Krediten, der andere Teil seien Zuschüsse, die noch zu verhandeln sind, sagte AUA-Sprecher Peter Thier. Von der COFAG hieß es am Mittwoch zur APA, dass der Antrag auf Staatshilfe noch nicht genehmigungsfähig sei. Man brauche dafür einen fertigen Kreditvertrag, derzeit liege nur ein sogenanntes „Term Sheet“ vor. Außerdem würden die Bedingungen nicht den Richtlinien der Corona-Finanzierungsagentur entsprechen.

Auch darüber, dass der Antrag noch nicht genehmigungsfähig sei, hatte zuerst die „Presse“ berichtet. Der Zeitung zufolge soll morgen, Donnerstag, von den Wirtschaftsprüfern eine Fortbestehensprognose für die AUA erstellt werden. Falle diese negativ aus, müssten die bereits durchgespielten Insolvenzszenarien konkretisiert werden, heißt es in dem Bericht. Parallel muss die AUA für ihr Überleben auch den Mitarbeitern ein hartes Sparprogramm abringen, verhandelt wird mit Betriebsrat und Gewerkschaften.

Österreichs Regierungsspitze trifft sich am Mittwochabend mit Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr in Wien. Neben Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und Staatssekretär Magnus Brunner (ÖVP) nimmt auch die für Mobilität zuständige Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) teil. Nach dem Spitzentreffen sollen in der Folge Experten die Details aushandeln. Auch die Staatsholding ÖBAG soll involviert sein.

Wie es zur APA hieß, soll es bei dem Treffen zwischen Spohr und Kurz mehr um den grundsätzlichen Rahmen gehen. Ein Durchbruch sei nicht zu erwarten. Das ist auch deshalb unwahrscheinlich, weil die Zukunft der AUA auch davon abhängt, was in Deutschland passiert. Die Konzernmutter Lufthansa braucht selbst Staatshilfe, um zu überleben.

In Deutschland zeichnete sich vorerst eine schnelle Rettung ab. „Eine Einigung ist in den nächsten ein bis zwei Wochen zu erwarten“, hieß es am Mittwoch in deutschen Verhandlungskreisen. Der Lufthansa-Vorstand wehrt sich gegen zu viel an staatlichem Einfluss und wälzt deshalb nicht nur für die AUA, sondern auch sich selbst Insolvenzszenarien. Laut Reuters soll das geplante konzernweite Lufthansa-Rettungspaket knapp 10 Mrd. Euro umfassen.

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