Österreich übermittelte der UNESCO Maßnahmenplan zu Heumarkt

Die Republik Österreich hat dem UNESCO-Welterbezentrum in Paris den gewünschten Maßnahmenplan in Sachen Heumarkt-Projekt übermittelt. Darin wird unter anderem dargelegt, dass der Schutz des Welterbes Einzug in die Stadtplanungsinstrumente der Stadt finden soll. Zudem wird versichert, dass hinsichtlich des Heumarkt-Projekts eine welterbeverträgliche Lösung angestrebt werde.

Das Welterbeprädikat für das historische Zentrum Wiens ist bekanntlich durch das Bauprojekt am Heumarkt – das zumindest bis zuletzt ein Wohnhochhaus vorgesehen hat – gefährdet. Tatsächlich hat Projektbetreiber Michael Tojner Ende 2019 erklärt, auf den umstrittenen, 66 Meter hohen Turm zu verzichten.

Vorerst ist die Innenstadt noch als Weltkulturerbe ausgewiesen, sie befindet sich jedoch bereits auf der Roten Liste. Der Bund hat nun den gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt und der Stadt erarbeiteten Plan übermittelt. Auch die heimische UNESCO-Kommission und das Beratungsgremium ICOMOS-Austria haben daran mitgewirkt.

Das Dokument namens “Desired State of Conservation for the Removal of a Property from the List of World Heritage in Danger” – kurz DSOCR – ist laut UNESCO ein zentraler Bestandteil im Prozedere zum Erhalt einer akut gefährdeten Welterbestätte. Verlangt wird etwa, dass darin die zu ergreifenden Gegenmaßnahmen ausgeführt werden. Ob der erwünschte Erhaltungszustand erreicht werde, solle sich anhand spezifischer, ebenso im Dokument ausgeführter Indikatoren feststellen lassen.

Nun wird die UNESCO den Bericht Österreichs evaluieren, hieß es. Auf Basis dieser Untersuchung wird das Welterbekomitee bei seiner nächsten Sitzung entscheiden, ob der DSOCR in dieser Form verbindlich angenommen werden kann. Wobei es hier zu einer Verzögerung kommen dürfte: Die nächste Sitzung des Welterbekomitees hätte Anfang Juli in Fouzhou (China) abgehalten werden sollen, sie wurde allerdings aufgrund der aktuellen Covid-Situation auf unbestimmte Zeit verschoben.

Sabine Haag, die Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission, zeigte sich vom Bericht durchaus angetan. Es sei durch die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten gelungen, einen weiteren wichtigen Schritt zum Erhalt der Welterbestätte zu setzen, sagte sie in einer Stellungnahme: “Der ambitionierte Maßnahmenplan zeugt von positivem Commitment und einer guten Dialogbasis aller Beteiligten. Nun gilt es allerdings, die angekündigten Maßnahmen auch Wirklichkeit werden zu lassen – nur dann ist der Schutz der Welterbestätte auch nachhaltig gesichert.”

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