Gold von Normalschanze an Zyla – ÖSV-Springer ohne Medaille

Nach dem WM-Team-Gold für die Skispringerinnen am Vortag sind Österreichs Männer am Samstag vom kleinen Bakken bei den Nordischen Weltmeisterschaften in Oberstdorf ohne Medaille geblieben. Michael Hayböck wurde als Siebenter bester ÖSV-Mann, Stefan Kraft landete auf Rang zehn. Der Sieg ging überraschend an den Polen Piotr Zyla nach 105 und 102,5 Metern 3,6 Zähler vor dem Deutschen Karl Geiger, Bronze holte der Slowene Anze Lanisek.

Topfavorit Halvor Egner Granerud verpasste Bronze als Vierter um 1,8 Zähler. Stefan Kraft landete als zweitbester ÖSV-Mann auf dem zehnten Rang, Philipp Aschenwald wurde Zwölfter und Daniel Huber landete an 19. Stelle.

Hayböck war „nicht unzufrieden“: „Es war seit langem mein bester Wettkampf, wieder bei der WM wie es auch bei der Skiflug-WM schon war, deswegen es war echt ein cooler Weg die letzten Tage, es hat nicht recht viel gefehlt“, meinte der Oberösterreicher im ORF-TV-Interview. Das Windglück sei nicht auf seiner Seite gewesen. „Aber von dem rede ich ungern. Ich hätte mir ein bisserl Glück gewunschen.“ Er habe schon ein wenig traurig in Richtung Medaillengewinner geblickt.

Immerhin habe er in den vergangenen Tagen herausgefunden, was bei ihm gute Sprünge ausmachen. Auch bei der Tournee hatte er in Bischofshofen Rang sechs belegt. „Cool, dass es bei den Großereignissen in diesem Winter gut läuft und ich hoffe, es geht so weiter in den nächsten Tagen.“

Kraft, der vor vier Jahren in Lahti Doppel-Einzel-Weltmeister vom großen und kleinen Bakken geworden war, hatte sich vor dem Bewerb sicher mehr erwartet. „Es ist nicht schlecht. Ein zehnter Platz bringt einem relativ wenig, ist aber okay. Es zählt halt nur eins, zwei, drei und da waren die drei auch im ersten besser.“ Er blickte schon ein bisschen auf die Großschanze, auch wenn er und Hayböck am Sonntag noch vom kleinen Bakken im Mixed-Bewerb im Einsatz sind. „Die große Schanze mag ich sehr gern, die kenne ich sehr gut. Sie ist eine meiner Lieblingsschanzen.“

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Aschenwald war nach Rang zwölf mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden. „Die Sprünge waren sehr gut, beide leider zu spät. Ein Quäntchen Glück braucht man natürlich ein bisserl.“ Rang 19 war für Daniel Huber freilich nicht das Gelbe vom Ei. „Es war in Ordnung und ein Schritt nach vorne. Aber ich merke, dass ich die Verbindung zum Ski nicht ganz habe im Flug. Ich kann nicht wirklich was machen.“

ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl sah eine der Ursachen auch im ersten Durchgang, als seine vier Leute bei doch schwierigeren Bedingungen gesprungen waren. „Im ersten Durchgang sind wir gerade in dem Paket in einer Phase gewesen, wo es ein bisserl schwierig war. Dann ist es wieder relativ gut gegangen, bei denen, die nachher gekommen sind. Da hat man sich einen recht guten Vorsprung rausspringen können.“

Richtig glücklich waren natürlich die Medaillengewinner. Neo-Weltmeister Zyla sprach von einem „wirklich guten Tag“. „Ich habe es schon in der Früh gespürt, habe den ganzen Tag Gitarre gespielt und es alles ist gut gelaufen. Ich habe mir gedacht, heute muss ich gewinnen, weil es ist mein Tag.“

Und auch Lokalmatador Karl Geiger jubelte. „Super, dass es daheim so geklappt hat. Ich habe wirklich alles gegeben, voll riskiert und es ist aufgegangen.“ Sein Schlüssel zum Erfolg sei die Hocke gewesen. „Es ist die beste Schanze zum Sich-in-Form-Springen, weil die deckt die Fehler brutal auf.“

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