Österreicher aus China heimgeholt

Sieben Landsleute landeten am Abend mit Hercules-Maschine in Wien

Hercules C-130
Hercules C-130 ©APA/fotokerschi.at © APA/fotokerschi.at

Immer mehr Länder holen aus Angst vor dem neuartigen Coronavirus ihre Bürger aus dem betroffenen chinesischen Wuhan zurück. Nachdem die ersten Heimkehrer in Großbritannien, Frankreich und Deutschland gelandet waren, wurden am Sonntag auch sieben Österreicher heimgeflogen. Das zivile Flugzeug, mit 282 weiteren Europäern an Bord landete um 15 Uhr auf der französischen Luftwaffenbasis Istres-Le Tube. Wie Außenamtssprecher Peter Guschelbauer sagte, handelt es sich bei den Heimgeflogenen um den österreichischen Konsul, einen Osttiroler sowie zwei Männer, zwei Frauen und ein Kind, alle aus Niederösterreich. Sie wurden von der Öffentlichkeit abgeschirmt und im Anschluss mit einer in Linz-Hörsching stationierten Hercules C130 des Bundesheeres nach Wien geflogen.

Kein Verdachtsfall in Österreich

Gesundheitsminister Rudolf Anschober sprach gestern davon, dass es keinen Grund zur Panik gebe, man werde aber größte Aufmerksamkeit und Vorsicht walten lassen. Das gelte auch für die sieben Heimkehrer aus dem chinesischen Epidemiegebiet Wuhan. Diese würden vorerst in das Wiener Hygieneinstitut gebracht und 14 Tage unter Quarantäne gestellt.

Deutsche infiziert

Einen Tag nach der Rückkehr mit einem Flugzeug der deutschen Bundeswehr aus Wuhan nach Deutschland sind zwei Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Betroffenen sollten nun von der Südpfalz-Kaserne in Germersheim, wo sie mit 113 weiteren Rückkehrern unter Quarantäne standen, in einem Infektionsschutz-Fahrzeug in die Uniklinik Frankfurt kommen.

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Erster Toter außerhalb von China

Von China hat sich das Virus in mindestens 24 weitere Länder ausgebreitet Erstmals ist auch außerhalb Chinas ein Mensch an den Folgen der Erkrankung gestorben. Das philippinische Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, auf dem pazifischen Inselstaat sei ein 44-Jähriger aus der Stadt Wuhan am Samstag ums Leben gekommen, nachdem er eine schwere Lungenentzündung bekommen habe.

In China stieg die Zahl der Toten bis Samstag nach staatlichen Angaben auf 304. Die in der Volksrepublik erfassten Krankheitsfälle schnellten auf rund 14.500. Allein am Samstag seien 2590 Neuerkrankungen registriert worden, so viele wie nie zuvor an einem einzigen Tag. Nun wurde erstmals eine Stadt außerhalb der Provinz Hubei de facto unter Quarantäne gestellt.

In der Neun-Millionen-Einwohner-Metropole Wenzhou an der Ostküste dürfe nur noch ein Mensch pro Haushalt alle zwei Tage auf die Straße, um das zum Leben Notwendige einzukaufen, teilten die örtlichen Behörden mit. Sie setzten den öffentlichen Verkehr aus und schlossen 46 Autobahn-Mautstellen.

Erstes Notkrankenhaus

Unterdessen hat China demonstriert, wie lange man zum Bau eines Krankenhauses braucht: Das in Schnellbauweise in nur einer Woche errichtete Huoshenshan-Nothospital soll heute eröffnet werden und eine Kapazität von 1000 Betten haben. 1400 medizinische Kräfte des chinesischen Militärs wurden dorthin entsandt.

Zum Personal gehören auch viele, die vor 17 Jahren bei der SARS-Pandemie in einem ähnlichen Behelfs-Krankenhaus in Xiaotangshan in Peking gearbeitet hatten. Auch seien Experten dabei, die am Kampf gegen Ebola in Sierra Leone und Liberia beteiligt gewesen seien.

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