Österreicher spenden heuer rund 850 Millionen Euro

850 Millionen Euro werden die Österreicher voraussichtlich in diesem Jahr spenden. Das sind mehr als die 810 Millionen Euro, die 2020 gespendet wurden – einem Jahr, in dem man bereits ein Wachstum von zwölf Prozent wahrgenommen hatte, sagte Fundraising-Verband-Austria-Geschäftsführer Günther Lutschinger bei einer Pressekonferenz zum Spendenbericht 2021 am Dienstag.

Luft nach oben sieht Norbert Zimmermann von der MEGA Bildungsstiftung bei der Besteuerung von Spenden.

„Rund 71 Prozent der Österreicher ab 16 Jahren haben gespendet“, sagte Bernhard Hofer, Geschäftsführer des Sozialforschungsinstitut Public Opinion, beim Pressegespräch am internationalen Spendentag „Giving Tuesday“.

Der Anteil habe sich zwar um zwei Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr verringert, das liege allerdings innerhalb der Schwankungsbreite. Die Folgen der Corona-Pandemie machten auch vor dem Spenden nicht halt: So sind Sammlungen an der Wohnungstüre, auf der Straße, bei Benefizveranstaltungen und in der Kirche zurückgegangen.

Durchschnittlich 114 Euro pro Spender und Spenderin wurden lukriert – Männer spendeten dabei durchschnittlich neun Euro mehr als Frauen. Am meisten gaben Personen im Alter von über 60 Jahren – nämlich durchschnittlich rund 125 Euro. Die jüngere Altersgruppe von 16 bis 34 Jahre spendet im Schnitt 89 Euro.


Nicht nur die Einschränkungen durch die Pandemie, sondern auch mehr Jugendbeteiligung führen allerdings dazu, dass derzeit mehr online gespendet werde, sagte Lutschinger. Spitzenplätze bei der Spendenhöhe nahmen wieder die westlichen Bundesländer Salzburg, Tirol und Vorarlberg ein, die Hauptstadt Wien bildete das Schlusslicht. Österreich befinde sich beim Spenden insgesamt im europäischen Mittelfeld.

Blickt man auf die Begünstigten der Spenden, schlägt das Herz der Menschen in Österreich am meisten für Tiere und Kinder, die gemeinsam den ersten Platz belegen. Darauf folgen die Katastrophenhilfe im Inland sowie Obdachlose und Bettler. Vor allem Letztere nahmen als Begünstigte laut Hofer stark zu, und auch die Bereitschaft, für Kunst und Kultur, alte Menschen und sozial Benachteiligte zu geben, steige.

Vier Prozent weniger Spenden gab es für die Kirche sowie religiöse Vereinigungen. „Motivbündel“, bestehend etwa aus Sympathien für Organisationen und Einzelschicksale, Solidarität und die Sicherheit, dass Spenden zielgerichtet ankommen, veranlassen die Menschen zum Spenden.

Elf Prozent des Spendenaufkommens stammen von Unternehmen, neun Prozent von Stiftungen. Sie hätten es in Österreich nicht immer leicht, bekundete MEGA-Bildungsstiftung-Vorstand Norbert Zimmermann. Er kritisierte die „zusätzliche Kapitalertragssteuer“ für die nicht absetzbaren Bildungsspenden: „Wir müssen drei Millionen Euro in den Firmen verdienen, damit wir eine Million in die Bildung bringen.“ Österreich sei in dieser Beziehung ein Entwicklungsland. Auch Lutschinger wünscht sich hier „Bewegung“ von der Politik.

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