Österreichern ist die psychische Gesundheit extrem wichtig

Zukunftssorgen größer als Angst vor einer Corona-Erkrankung

Dass das psychische Wohlbefinden den Österreichern nach einem starken Zusammenhalt in der Familie (74 Prozent) und der leistbaren Wohnung (72 Prozent) mit 70 Prozent „sehr wichtig“ ist, hat selbst Imas-Forscher Markus Eiselsberg und den pro-mente-Chef Primar Kurosch Yazdi überrascht.

Bei der Umfrage, die von Mitte Februar bis 11. März – kurz vor dem Corona-Lockdown – durchgeführt wurde, sagten insgesamt 92 Prozent, dass sie sehr großen oder großen Wert auf das psychische Wohlbefinden legen. Zum Vergleich bekommt ein hohes Wirtschaftswachstum nur 81 Prozent Zustimmung.

Mehr Angst vor den Folgen des Coronavirus

Generell glauben, die Österreicher auch, dass die psychischen Probleme und sozialen Herausforderungen in der Gesellschaft zunehmen (59 Prozent). „Die Menschen haben weniger Angst, sich selbst mit Corona zu infizieren, als vor den wirtschaft- lichen und gesellschaftlichen Folgen des Virus’“, ist Suchtexperte Yazdi im Vorfeld des Welttags der psychischen Gesundheit am 10. Oktober überzeugt.

Das deckt sich mit einer aktuellen Umfrage des Market-Instituts, wonach die Menschen am meisten Angst vor einer schweren Erkrankung haben (66 Prozent), ein Pflegefall (64 Prozent) oder ar- beitslos zu werden (59 Prozent). Die Angst vor einer Covid-19-Erkrankung in der Familie haben 41 Prozent.

Und wo orten die von Imas Befragten die meisten Belastungsfaktoren? 40 Prozent sehen ihn im beruflichen Leistungsdruck und im Stress in der Arbeit. Weit abgeschlagen mit je 14 Prozent folgen Geldsorgen, Schulden und hohe Kosten sowie eine Suchtproblematik. Dass es genug Angebot und Hilfestellung für psychisch Erkrankte gibt, ist 58 Prozent „sehr wichtig“ und 35 Prozent „einigermaßen wichtig“.

Rasche professionelle Hilfe wichtig

„Rasche professionelle Hilfe ist bei psychischen Problemen essenziell, um längere Krankenstände zu vermeiden und auch das Leid der Betroffenen zu minimieren“, weiß Yazdi. Gerade in Zeiten, wo durch die Corona-Krise vor allem die Zukunftsängste im Steigen begriffen sind. Eine Folgestudie im nächsten Jahr soll darüber genauer Auskunft geben.

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