Österreichisches Filmjahr der Frauen

10 Jahre Österreichischer Filmpreis — Verleihung am 30. Jänner

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„Ein Teil der Erzählung von ,Little Joe’ handelt davon, dass eine Mutter sowohl ihr Kind als auch ihren Beruf lieben kann und dass das kein Gegensatz ist. Am Ende ist eine Art Happy-End zu erkennen, dass beides möglich ist.“

Die österreichische Regisseurin Jessica Hausner diagnostiziert im Gespräch mit dem VOLKSBLATT, dass das Mutterbild in unserer Gesellschaft noch ein sehr altmodisches sei. Ihr Film „Little Joe“ zeigt Alternativen. Nach seiner Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes ist der Science-Fiction-Thriller nun mit zehn Nominierungen Favorit beim Österreichischen Filmpreis.

Der wird am 30. Jänner verliehen und das bereits zum zehnten Mal. 2009 wurde die Österreichische Filmakademie ins Leben gerufen, erklärt die Gründungsgeschäftsführerin Marlene Ropac: „Nach dem Oscar von Stefan Ruzowitzky als Impuls haben sich rund 30 Leute zusammengefunden. Karl Markovics, Uschi Strauss, Rupert Henning und einige mehr waren da der Motor.“ Die Verleihung der Preise wird dieses Jahr in Grafenegg stattfinden, ORF III berichtet mit einem „Kultur Heute Spezial“.

Auf sieben Nominierungen schafft es Marie Kreutzers „Der Boden unter den Füßen“ mit der Welserin Valerie Pachner in der Hauptrolle. „Ich will erzählen, was es bedeutet, das oberflächliche Ziel zu erreichen, aber dadurch etwas Größeres zu verlieren“, sagt Kreutzer im Interview über ihre Psychostudie zweier Schwestern.

Sowohl in der Sparte Regie als auch in jener des besten Spielfilms finden sich unter den heurigen Nominierten ausschließlich Werke von Frauen. Neben Hausners und Kreutzers Filmen ist noch Sudabeh Mortezais „Joy“ im Rennen. „Heuer ist das Jahr der Frauen! Ich finde es schön, dass das Pendel nun einmal in die andere Richtung ausschlägt“, sagt Ropac.

Das Langfilmdebüt des jungen Linzer Regisseurs Gregor Schmidinger kommt auf sechs Siegchancen, u.a. für Josef Hader als bester Nebendarsteller. Auch bei den Dokumentarfilmen gibt es mit Sebastians Brameshubers „Bewegungen eines nahen Bergs“oberösterreichische Beteiligung.

Valerie Pachner als beste Darstellerin nominiert

Neben Valerie Pachner sind als beste Hauptdarstellerin Emily Beecham („Little Joe“) und Joy Anwulika Alphonsus („Joy“) nominiert, bei den Männern sind es Georg Friedrich („Kaviar“), Valentin Hagg („Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein“) und Tobias Moretti in „Gipsy Queen“. Insgesamt kommt das eindringliche Werk über eine Boxerin und die Hommage an seine Mutter des Filmemachers Hüseyin Tabak auf drei Nominierungen. „Ich wollte mit jeder Szene zeigen, dass der Kampf für Ali das Überleben mit ihren Kindern ist. Das ist für sie viel brutaler, als wenn sie am Ende im Ring Schläge abbekommt.“

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