Österreichs Biathletinnen historisch, Herren-Staffel schwach

Österreichs Damen-Staffel hat am Freitag beim Weltcup in Canmore (CAN) eine historische Vorstellung abgeliefert. Christina Rieder, Julia Schwaiger, Simone Kupfner und Lisa Hauser landeten auf Rang sechs und holten damit das beste Staffel-Ergebnis in der ÖSV-Damen-Geschichte. Der Sieg ging an Deutschland, das sich in 1:10:16,3 Std. vor Norwegen (+30,2 Sek.) und Frankreich (41,6) durchsetzte.

Rieder und Schwaiger benötigten je zwei Zusatzpatronen und brachten Österreich zur Hälfte des Rennens auf Rang sieben (+1:42,2 min.). Kupfner musste nach einem Nachlader liegend im Stehendanschlag eine Strafrunde in Kauf nehmen. Die Tirolerin verlor zwar viel Zeit, konnte aber Platz acht (+3:55,4) verteidigen. Schlussläuferin Hauser nutzte dann die Fehler der vor ihr liegenden Konkurrenz mit gewohnt schnellen Schießserien und nur einem Nachlader eiskalt aus und sorgte mit Rang sechs (+2:49,1) für das Rekordergebnis einer ÖSV-Damen-Staffel.

“Diese Rennen bleibt nicht nur aufgrund der brutalen Verhältnisse in Erinnerung. Jede Einzelne hat ihr Ding durchgezogen. Mit dem sechsten Platz sind wir natürlich voll happy”, sagte Schwaiger. “Der Wind macht das Ganze bei diesen Verhältnissen eigentlich unausstehlich”, fügte Hauser hinzu. “Liegend bin ich gut durchgekommen und stehend war es dann bei mir relativ windstill. Schade, dass der eine Fehler passiert ist. Aber am Ende war es ein sechster Platz, das beste Ergebnis bisher, das ist natürlich cool.”

Indes gewann Norwegens Herren-Staffel um Überflieger Johannes Thingnes Bö souverän. Lars Helge Birkeland, Vetle Sjaastad Christiansen, Erlend Bjöntegaard und Bö hatten im Ziel nach 4 x 7,5 Kilometern 1:10,4 Minuten Vorsprung auf Frankreich, Rang drei ging an Russland. Österreich musste sich mit Platz fünf zufriedengeben.

Für Felix Leitner, Simon Eder, Dominik Landertinger und Julian Eberhard war es nach den Plätzen 4, 3 und 4 bei der WM-Generalprobe die bisher schlechteste Staffelleistung in dieser Saison. Lange Zeit schien das Podest aber in Reichweite. Nach Startläufer Leitner, der als Achter übergab, kämpften sich Simon Eder und Dominik Landertinger an die Top drei heran. Schlussläufer Eberhard ging als Vierter in die Loipe und lag vor seinem ersten Schießen gut 20 Sekunden hinter den drittplatzierten Russen. Eberhard erwischte am Schießstand (drei Strafrunden) aber einen rabenschwarzen Tag, rettete mit einer starken Schlussrunde zumindest noch Rang fünf.

“Unser Ziel war ein Podestplatz. Da waren wir ganz weit weg. Keiner der Athleten hat auch nur annähernd das gezeigt, was in ihm steckt”, lautete das Urteil von ÖSV-Cheftrainer Ricco Groß. “Es gab unnötige Fehler, vielleicht auch zu viel taktisches Geplänkel beim Laufen. Im Endeffekt haben wir uns auch noch ein paar Strafrunden eingehandelt. Jetzt müssen wir mit der Situation leben, dass wir nur Fünfter geworden sind.”