Österreichs erste grüne Anleihe stößt auf hohe Nachfrage

Österreich hat seine erste grüne Anleihe auf den Markt gebracht und ist dabei auf reges Interesse von Investoren gestoßen. Für die 4-Milliarden-Euro-Bundesanleihe habe es Gebote im Wert von 25 Milliarden Euro gegeben, geht aus einer Reuters vorliegenden Mitteilung des Leadmanagers hervor.

Angesichts der Nachfrage sei der Renditeaufschlag (Spread) für die Anleihe, die am 23. Mai 2049 fällig wird, auf 22 von 25 Basispunkten über dem Mid-Swap-Niveau gesenkt worden.

„Die Begebungsrendite der neuen grünen Bundesanleihe lag mit 1,876 Prozent p.a. sogar um 3 Basispunkte niedriger als die Sekundärmarktrendite der zuletzt in diesem Laufzeitsegment begebenen Bundesanleihe – mit Fälligkeit 20. Oktober 2040 – und das trotz einer um 9 Jahre längeren Restlaufzeit“, sagte der Geschäftsführer der Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA), Markus Stix, am Dienstag zur APA.

„Das Orderbuch in Höhe von 25,4 Mrd. Euro bedeutet eine 6,8-fache Überzeichnung, ein sehr guter Wert in diesem Laufzeitsegment bzw. volatilen Marktumfeld“, so Stix weiter.

Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) freute sich am Dienstag in einer Aussendung über die hohe Nachfrage nach dem Green Bond. Im Wandel zur Nachhaltigkeit seien große Investitionen notwendig: „Der Staat alleine wird aber auch im Bereich der Ökologisierung nicht alles alleine leisten können, deshalb braucht es auch privates Kapital um unsere Ziele zu erreichen.“

Europäische Regierungen haben ein starkes Interesse an der Emission von grünen Anleihen, da die Nachfrage der Anleger nach solchen Vermögenswerten in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, die Europäische Union und Dänemark haben in den letzten zwei Jahren ihre ersten grünen Anleihen ausgegeben, mit denen umweltfreundliche Projekte finanziert werden.

Österreich ist beim Thema Green Bonds vergleichsweise spät dran. Innerhalb von zwei Jahren will das Land grüne Staatsanleihen mit einem Volumen von rund 10 Mrd. Euro emittieren. Das entspreche 3,4 Prozent der Bundesausgaben und 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Neben längerfristigen grünen Anleihen, die den größten Teil des Finanzierungsbedarfs decken werden, ist Österreich das erste Land, das auch kurzfristige Schuldtitel in sein grünes Schuldenprogramm aufnimmt. Dies sollte kurzfristig orientierte Investoren wie Zentralbanken, Geldmarktfonds und Banken anziehen und dazu beitragen, das Spektrum grüner Vermögenswerte zu erweitern, geht aus einer OeBFA-Präsentation hervor.

Österreich hatte die Kreditinstitute Barclays, Bank of America (BofA), Deutsche Bank, Goldman Sachs, JPMorgan und UniCredit mit der Abwicklung des Verkaufs beauftragt.

 

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