ÖSV-Damen trotz Corona mit Vorfreude zum Weltcup-Auftakt

Die ÖSV-Damen und ihr sportlicher Leiter Christian Mitter haben sich knapp eine Woche vor dem Skiweltcup-Opening in Sölden trotz Corona-Schutzmaßnahmen und Zuschauerabwesenheit zuversichtlich und voller Vorfreude gezeigt. “Wir wollen in Sölden und in der Saison insgesamt zeigen, dass wir die Corona-Situation im Griff haben”, meinte Mitter am Mittwoch bei einem Freiluft-Medientermin auf dem Söldener Rettenbachferner.

Begleitet wurde dieser von leichtem Schneefall sowie Minustemperaturen. Davor hatten die bis Samstag in Sölden bleibenden ÖSV-Damen im oberen Bereich des Gletschers trotz Nebels trainiert.

Das von Sölden erarbeitete Covid-19-Sicherheitskonzept sei schlicht und einfach “top”, lobte Mitter. Für ihn selbst gehe es darüber hinaus aber darum, in der aktuellen Situation das Thema Corona “von den Läuferinnen fernzuhalten”. Der Aufwand diesbezüglich und in Sachen Corona-Maßnahmen generell sei groß und man werde sich von “Rennen zu Rennen” bewegen.

Eva-Maria Brem strich hinsichtlich Corona hervor, dass es sich heuer natürlich um eine “ganz neue Situation” handle. “Ein netter Abend mit Eltern und Freunden nach einem Trainingslager ist in diesem Jahr und dieser Saison unmöglich”, sagte die Riesentorlauf-Spezialistin aus Tirol. “Jeder als Einzelperson muss jetzt Verantwortung für Alle tragen”, wünscht sich Brem bei den Bemühungen gegen eine Verbreitung von Covid-19 Solidarität.

Auch Ramona Siebenhofer sprach von einem “sehr speziellen Jahr”, in dem es vor allem wichtig sei, “dass es überhaupt Rennen gibt”. Corona müsse man “so nehmen, wie es kommt”, lautet das Rezept von Stephanie Brunner. “Es ist so, wie es ist”, gab sich auch Bernadette Schild pragmatisch. Eine Art “Alltag” nannte Lokalmatadorin Franziska Gritsch den Umgang mit der Corona-Situation.

Fehlen werden den ÖSV-Damen in Sölden heuer vor allem die Zuschauer. Am wichtigsten sei aber, “dass wir unseren Sport machen können”, so Brem.”Ohne Fans in Sölden wird es schon komisch sein”, räumte auch Mitter ein. Die “fehlenden Emotionen im Ziel beim Abschwingen” sind wiederum ein Manko für Siebenhofer. Schild bezeichnete das Fehlen der vielen Fans als “schwierig”.

Nach dem vorzeitigen Abbruch der vergangenen Saison wollen sich die ÖSV-Damen die Begeisterung über die Rückkehr auf die Rennpiste trotz der Ist-Situation nicht nehmen lassen. “Meine Vorfreude ist groß. Ich ich freue mich über jedes einzelne Rennen, das im kommenden Winter stattfinden kann”, sagte etwa Brem.

Die ÖSV-Technikerinnen bleiben noch bis Samstag in Sölden und kommen dann hoffentlich bestmöglich vorbereitet zurück zum Rennen am 17. Oktober. Schon das Sommertraining sei trotz des Verzichts auf Camps in der Südhemisphäre sehr gut verlaufen, hieß es. Man hat in Sölden, Saas Fee und Zermatt die Zahl der Skitage sogar erhöhen können.

“Das Training läuft wirklich gut”, sagte auch Brunner. Die Tirolerin hat nach ihrer langen Verletzungspause wie Schild noch nicht über ein Antreten in Sölden entschieden. Es wird in dieser Woche auch eine interne Qualifikation um mindestens einen Startplatz im Rennen geben. Abhängig von Brunner und Schild geht es eventuell auch um mehr.

Fix am Start ist Gritsch. Im Vorjahr war die Ötztalerin nach dem Sturz von Schild als Siebente beste Österreicherin in Sölden gewesen. Gritsch setzt sich auch heuer das Ziel Top Ten. “Ich bin bereit, Gas zu geben”, gab sie sich forsch.

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