ÖSV-Frauen hoffen bei Nordamerika-Rückkehr auf Aufschwung

Nach einer Saison corona-bedingter Pause kehren am Samstag einen Tag nach den Männern auch die Frauen auf die nordamerikanische Bühne des alpinen Ski-Weltcups zurück. Mit dem Technik-Wochenende in Killington erwarten die Aktiven außer einem fordernden Hang auch viele Zuschauer und damit ein Kontrastprogramm zum Lockdown wie in Österreich. Die ÖSV-Equipe will im Osten der USA eher am Weltcup-Auftakt in Sölden anknüpfen als an die jüngsten Rennen in Lech/Zürs oder Levi.

Im insgesamt zweiten Spezial-Riesentorlauf der Saison nach dem Gletscher-Auftakt in Tirol soll laut ÖSV-Rennnsportleiter Christian Mitter am Samstag (16.00/19.00 Uhr, live ORF 1) vom Speed her an das Heimrennen angeknüpft werden. Da waren Katharina Liensberger und Ramona Siebenhofer beim 70. Weltcupsieg von US-Ass Mikaela Shiffrin auf die Ränge vier und zehn gekommen. Mitter: „Sölden war okay, Zürs (Parallel-RTL, Anm.) durchwachsen, in Levi haben wir es nicht ganz zeigen können.“

Denn da hatte es – mittlerweile ungewohnt für die ÖSV-Truppe – in zwei Slaloms keinen Top-fünf-Platz gegeben. In der vergangenen Saison hatte Liensberger mit ausschließlich Platzierungen in den Top vier die Spezialwertung gewonnen. „In Levi waren einige Faktoren, die zusammengespielt haben. Es sind ein paar Einzelheiten, ich hatte eine Erkältung davor und wollte das zeigen, was ich kann.“ Sie wisse aber, dass sie gute Schwünge habe und darauf aufzubauen sei.

Die in dieser Woche in Killington angekommene ÖSV-Equipe wurde von recht warmen Temperaturen und wenig Schnee empfangen, bis zu den Rennen soll es kühler werden. Die Bedingungen im Vergleich zum Speed-Training im mehr als 3.000 m hochgelegenen Copper Mountain seien aber ohnehin ganz anders als bei der Weltcup-Fortsetzung, wie Ramona Siebenhofer vor ihrer Killington-Premiere meinte. Für Mitter dürfen die Verhältnisse speziell im Slalom aber ohnehin nie eine Rolle spielen.

„Im Slalom muss mehr gehen. Da muss uns wurscht sein, wie die Verhältnisse sind. Da müssen wir in jedem Rennen wen vorne dabei haben“, sagte der Coach. Das spezifische Training zuletzt sei ganz gut gewesen und im Riesentorlauf sei ohnehin ein Schritt nach vor gegangen. Für dieses Rennen ist Siebenhofer angereist. „Bei mir ist im Riesentorlauf schon ein Schritt passiert, aber ich habe noch nicht die Rennpraxis“, erklärte die Steirerin. „Es ist manchmal so, dass ich ein bisschen zurückziehe.“

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Den ersten der beiden Bewerbe hat auch Stephanie Brunner dicker im Kalender angestrichen, mit Rang drei 2018 ist sie die einzige aus dem ÖSV-Team mit einem Podestplatz in Killington. „Dazwischen ist viel passiert, sehr viele Verletzungen und wenige Schneetage“, erinnerte die Tirolerin an ihren Leidensweg. In Sölden ist es für sie als 17. nicht so gut gelaufen. „Es heißt dranbleiben, geduldig bleiben, immer weiter nach vor pushen. Die Puzzleteile müssen im Rennen zusammenstimmen.“

Die 27-Jährige wird es auch im Slalom (Sonntag, 15.45/18.45, live ORF 1) versuchen, muss sich da über hohe Startnummern nach vor hanteln. In Levi hatte Brunner Nr. 77. Liensberger hingegen hat ihren Platz in den Top sieben der Startreihenfolge sicher, will diese gute Ausgangsposition wieder besser nutzen. Dass das nicht einfach ist, weiß die Sechste und Achte von Levi. „Es ist eine Herausforderung, sich immer weiter auf einem Toplevel weiterzuentwickeln – immer schneller und immer besser.“

Katharina Huber durfte mit ihren Levi-Platzierungen zwölf und zehn zufrieden sein. „Ich hatte in Levi zweimal einen guten Steilhang. Hier ist es grundsätzlich auch steil, darauf baue ich auf.“ Für Katharina Truppe hat es im zweiten Levi-Slalom mit Rang neun eine Aufwärtstendenz gegeben. „Im Slalom bin ich hier schon ausgeschieden und war Top Ten“, erinnerte sie sich an ihre Killington-Torläufe. „Es ist relativ eng gesteckt, da der Hang kurz ist. Da heißt es schnell bewegen und den Rhythmus finden.“

Laut Brunner ist Killington speziell, da die Zuschauer bis zur Letzten alle anfeuern. „Da geht es aber auch mehr um Party machen, die Leute schauen nicht wirklich zu. Das hat noch einmal etwas Anderes und ist auch lässig.“ Franziska Gritsch erlebt das diesmal nicht. Ungeimpft gegen Corona musste sie daheim bleiben. Auch Liensbergers Impfstatus war lange ungewiss. „Es ist eine persönliche Entscheidung, die respektiert werden soll“, meinte die Vorarlbergerin auf Gritsch angesprochen.

Killington wird wohl eine Fortsetzung des Duells um die Weltcupführung zwischen Lokalmatadorin Mikaela Shiffrin und Petra Vlohva bringen. In drei Rennen haben beide 260 Punkte gesammelt. Vlhova hat beide Levi-Konkurrenzen gewonnen, Shiffrin eben in Sölden. Auf das Parallel-Abenteuer haben die zwei verzichtet. Shiffrin hat in ihrem Heim-Rennen mit den Fans im Rücken ab 2016 viermal in Folge gesiegt. Im Riesentorlauf gab es zuletzt italienische Siege durch Federica Brignone und Marta Bassino.

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