ÖVP-Akademie fest in Frauenhand

Corona-Pandemie gibt für heuriges Bildungsangebot die Richtung vor

Bettina Rausch (r.) ist seit März 2018 Präsidentin der Politischen Akademie, die seit Jahresbeginn 2021 mit Elisabeth Mayerhofer — Tochter des Salzburger Landeshauptmannes Wilfried Haslauer — auch eine Direktorin hat. Es stecke große „Vielfalt in dieser Institution“, so Direktorin Mayerhofer, von der sich Rausch „ganz neue Ideen“erwartet.
Bettina Rausch (r.) ist seit März 2018 Präsidentin der Politischen Akademie, die seit Jahresbeginn 2021 mit Elisabeth Mayerhofer — Tochter des Salzburger Landeshauptmannes Wilfried Haslauer — auch eine Direktorin hat. Es stecke große „Vielfalt in dieser Institution“, so Direktorin Mayerhofer, von der sich Rausch „ganz neue Ideen“erwartet. © P. A./Schütz

Politik kann Vorbildwirkung haben — etwa, wenn es um Frauen in Führungspositionen geht.

Sind in den heimischen börsenotierten Unternehmen nur 14 von 192 Vorständen Frauen, so kann sich die in Wien-Meidling beheimatete Politische Akademie der ÖVP sogar auf eine weibliche Doppelspitze stützen: Seit dem Jahr 2018 ist Bettina Rausch (41) Präsidentin der türkisen Parteiakademie, und seit Jahresbeginn 2021 gibt es mit Elisabeth Mayerhofer auch eine Direktorin. Sie folgt in dieser Funktion auf Dietmar Halper nach.

„Ganz neue Ideen“

Mayerhofer ist Politikwissenschafterin, sie war Unternehmerin und Geschäftsführerin der Julius-Raab-Stiftung des Wirtschaftsbundes, und, so Präsidentin Rausch, „Expertin für Digitalisierung und Innovation“.

Sie bringe „ganz neue Ideen ein, wie man politische Bildung und die Aufbereitung von politischen Themen gestalten kann“. Wobei man dabei verstärkt auch öffentliche Präsenz suchen will — man wolle, so wird betont, „medial und wissenschaftlich im öffentlichen Diskurs präsent sein“.

Was wohl mit einer Schwerpunktsetzung für das heurige Jahr auch gelingen sollte, denn auch in der Politischen Akademie steht die Aufarbeitung der Corona-Pandemie auf der Agenda ganz oben. Insbesondere mit drei corona-bedingten Aspekten will man sich auseinandersetzen:

  • den längerfristigen Veränderungen in der Gesellschaft
  • den neuen Wegen in der politischen Kommunikation
  • und dem Thema Verschwörungstheorien.

„Viele neue Chancen“

Was längerfristige Veränderungen betrifft, verweist Direktorin Mayerhofer darauf, dass „Arbeit nach der Pandemie anders gestaltet sein wird als davor, mit vielen neuen Chancen“. Um diese auch zu nutzen, verlange es „neue Zugänge zu Arbeitsorganisation, Führung und Selbstorganisation“, dabei wolle man begleiten, so Mayerhofer.

Die neue digitalisierte Arbeitswelt hatte übrigens im Vorjahr für die Politische Akademie positive Auswirkungen: Kamen im Jahr 2019 rund 8700 Teilnehmer zu den diversen Veranstaltungen, waren es im Corona-Jahr 2020 um 200 mehr. Zudem wurden die Veranstaltungsvideos 8400mal abgerufen.

Digitale Tools sollen auch in der politischen Kommunikation verstärkt Platz greifen. Man könne Parteiarbeit und Bürgerkontakt weiterentwickeln, ist Mayerhofer überzeugt, und Rausch ergänzt: „Die neue Volkspartei war Vorreiter bei digitaler Kommunikation und Social Media. Jetzt wollen wir auch Vorreiter werden bei digitalen Tools im Bürgerkontakt und in der politischen Arbeit“.

„Klar in der Sache“

Eines will man heuer auch unter die Lupe nehmen, nämlich die im Zuge der Corona-Pandemie explodierten Verschwörungstheorien.

Um überzeugend argumentieren zu können, will die Politische Akademie ein eigenes Schulungsprogramm entwickeln, denn, so Präsidentin Rausch: „Wir müssen mit Anhängern von Verschwörungstheorien auch am Stammtisch diskutieren können — klar in der Sache, klug und wertschätzend in der Argumentation“. Dieses „Handwerkszeug“ sollen Funktionärinnen und Funktionäre an der Politischen Akademie lernen, so Mayerhofer.

Von Markus Ebert

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