„ÖVP ist Partei, der man Führungsrolle zuspricht“

LH Stelzer: „Die Bürger wollen Stabilität“

Riesenfreude bei LH Thomas Stelzer und OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer: Die OÖVP-Spitzenkandidatin Angelika Winzig dürfte auch bei den Vorzugsstimmen reüssiert haben. Das genaue Vorzugsstimmenergebnis und daraus resultierend die ÖVP-Liste wird allerdings erst am Dienstag feststehen. © OÖVP

Es sei schon eine „sehr besondere Wahl“ gewesen, meinte OÖVP-Landesparteiobmann LH Thomas Stelzer im VOLKSBLATT-Gespräch, nachdem am Sonntag um 17 Uhr die erste Ergebnisschätzung veröffentlicht worden war.

Zum einen, weil die ÖVP die Europa-Partei sei, zum andern natürlich sei die EU-Wahl auch eine „Abstimmung über die allgemeine politische Lage“ geworden.

Dass sich schon in der ersten Trendrechnung für die OÖVP — wie auch die Bundes-ÖVP — eine deutlich gestärkte Nummer-1-Position abgezeichnet habe, schreibt Stelzer einerseits einer „gelungenen Mobilisierung“ zu, andererseits „sind wir mit unserer Spitzenkandidatin Angelika Winzig gut gelegen“.

Wobei OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer sowohl im starken Zugewinn der ÖVP als auch im Ergebnis der SPÖ „Abweichungen von den Prognosen“ sieht. Einig sind sich Hattmannsdorfer und Stelzer in der Interpretation des zu erwartenden Ergebnisses: „Die Bürger wollen Stabilität“. Das gelte auf für die Landes- wie die Bundesebene. „Die SPÖ hat sich im Landtag verdribbelt“, so Hattmannsdorfer zum — von allen anderen Parteien abgelehnten — Neuwahlantrag der SPÖ am vergangenen Donnerstag im oberösterreichischen Landtag.

Im Hinblick auf den heute im Nationalrat zur Abstimmung stehenden Misstrauensantrag gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz meint Hattmannsdorfer insbesondere in Richtung SPÖ: „Ich würde in den verbleibenden Stunden bis zur Nationalratssitzung ganz viel nachdenken.“ Für Stelzer gibt die EU-Wahl „die jetzige Stimmunglage wieder“, in diesen wirren Zeiten gebe es mit der ÖVP „eine Partei, der man die klare Führungsrolle zuspricht. Das ist ein deutliches Signal“. Nachsatz: Wenn Kanzler Kurz trotz dieses Signals im Nationalrat abgewählt werde, „heißt das schon etwas“.

Was die Landtagswahl in zwei Jahren betrifft, glaubt Stelzer jetzt nicht an einen beginnenden Dauerwahlkampf — jedenfalls woll die OÖVP „ruhig und sachlich arbeiten, solange es geht“.

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