Ohne Deal droht Briten Engpass bei frischen Lebensmitteln

In Großbritannien droht ein Engpass bei frischen Lebensmitteln, wenn das Land ohne Abkommen aus der EU ausscheiden würde, warnt die größte Supermarktkette des Landes, Tesco, am Donnerstag. Man habe zwar bereits die Vorräte an Lebensmitteln in Flaschen, Dosen und Paketen aufgestockt und es gebe Pläne für jede Produktkategorie. Aber Großbritannien importiere die Hälfte seiner frischen Lebensmittel.

Tesco arbeite bereits an Notfallplänen für einen harten Brexit. Bei frischen Lebensmitteln könne man aber keine Vorräte anlegen, sagte Tesco-Chef Dave Lewis: “Vorräte anzulegen ist bei frischem Essen einfach nicht möglich, daher ist das der Knackpunkt, falls es einen No-Deal-Brexit gäbe”.

Einen Tag zuvor hatte bereits die Nummer Zwei der britischen Supermarktketten, Sainsbury’s, eine ähnliche Warnung veröffentlicht. Sainsbury’s importiert etwa 30 Prozent seiner in Großbritannien verkauften Lebensmittel aus Kontinentaleuropa. “Für unsere Lieferketten wäre ein Austritt ohne Abkommen enorm störend”, sagte Sainsbury’s-CEO Mike Coupe. Man könne für so einen Fall auch nicht vorsorgen, weil es einfach nicht so große Lager gebe.

Die Supermärkte befürchten, dass bei einem Brexit ohne Abkommen (No-Deal-Brexit) große Verzögerungen an den Häfen auftreten. Zuerst würden frische Produkte wie Obst und Gemüse betroffen sein. Durch die befürchteten Engpässe drohen auch Preiserhöhungen.