„Ohne Impfung hätte ich Covid-19 vermutlich nicht überlebt“

Gynäkologie-Primar Peter Neuner war trotz Vollimmunisierung schwer erkrankt – Seither ist er ein noch heftigerer Impfverfechter

Wie unberechenbar das Coronavirus ist, hat Gynäkologie-Primar Peter Neuner (64) vom Klinikum Freistadt nicht nur durch seine berufliche Tätigkeit kennengelernt. „Dass Schwangere in Sachen Corona Hochrisiko-Patienten sind, wissen wir mittlerweile, daher rate ich ihnen zur Impfung.“

Denn in allen Phasen der Schwangerschaft bis hin zur Geburt kann es zu Komplikationen kommen. „Etwa hatten wir eine Häufung von Eileiterschwangerschaften, die mit Corona-Infektionen in Zusammenhang standen“, so der Primar.

Corona-Infektion begann mit Übelkeit

Dass er sich selbst trotz Vollimmunisierung mit SARS-CoV-2 anstecken würde, hat sich der sportliche Mediziner aber nicht gedacht. Seine Impfungen erfolgten im Jänner und Februar, die regelmäßig kontrollierten Antikörper lagen über 5000, doch Anfang September plagte Neuner plötzlich eine extreme Übelkeit. Ein Antigentest war negativ.

Doch nach zwei Tagen war sein Allgemeinzustand so schlecht, dass sich der Primar in die Hände seiner Kollegen im Klinikum Freistadt begab. Der PCR-Tests wies eindeutig eine Corona-Infektion aus.

Herz, Lunge, Leber, Nieren betroffen

Gynäkologie-Primar Peter Neuner hat eine schwere Covid-Erkrankung hinter sich und sieht auch beruflich was SARS-CoV-2 bei Schwangeren anrichten kann. Seine zentrale Botschaft lautet: „Die Politik muss viel mehr tun, damit sich viel mehr Menschen impfen lassen.“ ©OÖG
Gynäkologie-Primar Peter Neuner hat eine schwere Covid-Erkrankung hinter sich und sieht auch beruflich was SARS-CoV-2 bei Schwangeren anrichten kann. Seine zentrale Botschaft lautet: „Die Politik muss viel mehr tun, damit sich viel mehr Menschen impfen lassen.“ ©OÖG

„Ich wurde mit Herzproblemen eingeliefert, Lunge, Leber und Nieren waren betroffen. Es kam auch zu einem Zerfall der roten Blutkörperchen. Die Übelkeit zog sich wie ein roter Faden durch, ich hatte über 40 Grad Fieber, Kopf- und Kreuzschmerzen“, schildert Neuner im VOLKSBLATT-Gespräch wie dramatisch seine Lage war: „Als Mediziner konnte ich mit den behandelnden Kollegen der Interne auf Augenhöhe reden. Etwas beruhigt hat mich, dass meine Sauerstoffstättigung gepasst hat, so dass ich nicht auf die Intensivstation und auch nicht beatmet werden musste“, erzählt Neuner: „Aber ich war 14 Tage im Spital, nahm acht Kilo ab und war vier Wochen außer Gefecht, obwohl ich abgesehen von meinem Alter keine Risikofaktoren hatte. Ohne Impfung hätte ich Covid-19 vermutlich nicht überlebt. Ich wäre sicher intensivpflichtig geworden und hätte ich es durchgestanden, wären bleibende Schäden nicht ausgeschlossen gewesen“, sagt Neuner in großer Dankbarkeit über die Betreuung der Ärzte und vor allem des Pflegepersonals.

„Ich hatte immer schon großen Respekt vor dem Einsatz der Pflegekräfte. Aber was sie auf der Corona-Station leisten, ständig im Vollschutzanzug zu arbeiten und zu Beginn, die Angst sich selbst anzustecken, verlangt meine Hochachtung“, sagt der 64-Jährige.

So hohe Viruslast hat nur Ungeimpfter

Seit seiner Erkrankung ist Neuner ein noch größerer Verfechter der Corona-Impfung. „Den Virus kann ich nur von einem Ungeimpften bekommen haben, ein Geimpfter hätte keine so hohe Viruslast“, ist der Mediziner überzeugt: „In einer Gemeinschaft muss man gegenseitig Rücksicht nehmen, so wie ich bei Grün an der Ampel darauf vertrauen kann, dass andere bei Rot stehen bleiben, braucht es hier eine Durchimpfung. Wären alle Erwachsenen geimpft, müsste man nicht über die Immunisierung der Kinder diskutieren“, sagt Neuner, der sich von der Politik schärfere Maßnahmen erwartet.

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Etwa, dass ungeimpfte Spitalspatienten kein Krankengeld bekommen. Oder, dass Zutritte auf 1- oder 2-G – Geimpft und Genesen – beschränkt werden.

Von Michaela Ecklbauer

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