Ohne Österreich, aber mit viel Tamtam

ESC: Wettbüros sehen die Niederlande, Australien und Schweden vorne

Die Australierin Kate Miller-Heidke liefert einen spektakulären Auftritt ab.
Die Australierin Kate Miller-Heidke liefert einen spektakulären Auftritt ab. © AFP/Guez

Für Paenda und ihren Titel „Limits“ hat es am Donnerstag in Tel Aviv leider nicht gereicht. Österreichs Song- Contest-Teilnehmerin ist im zweiten Halbfinale — wie von vielen erwartet — zu wenig aus einem doch sehr bunten, lauten und starken Teilnehmerfeld heraus gestochen. Zum ersten Mal seit 2013 ist Österreich damit nicht im Finale des ESC vertreten.

Paenda nimmt es gelassen

Paenda alias Gabriela Horn selbst nimmt es gelassen: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, sagt sie im Interview kurz nach dem Rauswurf. Sie habe sich „auf dem ganzen Weg keine Sekunde verbogen“, ihr Ding durchgezogen und hätte auch „absolut nichts“ anders machen wollen. Ihr Ding war dann halt scheinbar nicht das des Publikums und der professionellen Jury, die sie mit ihren Stimmen ins Finale des größten Musikbewerbs der Welt hieven hätten können. Geschafft haben es am Donnerstag die Niederlande, Nordmazedonien, Albanien, Schweden, Russland, Aserbaidschan, Dänemark, Norwegen, die Schweiz und Malta.

Insgesamt tummeln sich 26 Kandidaten heute Abend im ab 21 Uhr auf ORF eins übertragenen Finale, denen mehr oder weniger große Chancen auf Europas Sangeskrone vorausgesagt werden.

Auf Platz eins von den Wettbüros gehandelt wird der niederländische Kandidat Duncan Laurence mit seinem Titel „Arcade“, einer stimmungsvollen Ballade ohne Ecken und Kanten. Schweden zählt ja bekanntlich verlässlich zum Favoritenkreis. So auch in diesem Jahr: John Lundvik liefert mit „Too Late For Love“ eingängigen Pop ab, Platz drei bei den Zockern. Er ist übrigens gleich doppelt vertreten, schrieb er doch auch den Boyband-Song des britischen Teilnehmers Michael Rice „Bigger Than Us“. Lundvik hat das bessere Lied für sich behalten. Der Schweizer Kandidat Luca Hänni, bestens bekannt aus der DSDS-Staffel von 2012, die er für sich entscheiden konnte, überzeugt in Israel nicht nur gesanglich, sondern auch tänzerisch: Mit „She Got Me“ fegt er über die Bühne und sorgt für Strandparty-Feeling in der Halle. Hänni machte in den letzten Tagen Plätze bei den Wetten gut und rangierte gestern auf vier. Unter die starken Männer mischen sich auch stimmgewaltige Damen, etwa Katerine Duska, die mit „Better Love“ für Griechenland auftritt, und deren Stimme mit der von Amy Winehouse verglichen wurde. Den größten Bühnenzirkus veranstaltet Topfavoritin Kate Miller-Heidke aus Australien, die Opernpop des Titels „Zero Gravity“ von hoch oben auf einer Stange ins Publikum trällert und der von den Wettanbietern ebenfalls ein Stockerlplatz zugetraut wird (2). Vielleicht schafft es aber auch Hatari aus Island oder der ebenfalls zum Favoritenkreis zählende russische Kandidat Sergey Lazarev …

Madonna singt auch

Ganz auf österreichische Beteiligung muss man heute Abend aber nicht verzichten: Die Songs von Aserbaidschan und Malta haben Österreicher mitgeschrieben und Conchita ist gemeinsam mit anderen ESC-Legenden wie Mans Zelmerlöw und Eleni Foureira auf der Bühne. Mit Spannung wird auch Superstar Madonna erwartet, die ihren neuen Song „Future“ und „Like a Prayer“ präsentiert. M. Wagenhofer

Wie ist Ihre Meinung?