Olga Peretyatko: Mozart + (Sony)

Von Opernfans wird die russische Sopranistin Olga Peretyatko (39) mit dem Belcanto-Repertoire in Verbindung gebracht. Ihr aktuelles Album macht durch seinen Titel neugierig. Das Plus-Zeichen hinter Mozart bezieht sich auf dessen Zeitgenossen wie Martin Soler, den Mozart mit seiner Oper „Una Cosa Rara“ im „Don Giovanni“ zitiert.

Oder auf Giovanni Paisiello, dessen „Barbier“ bis zum Erscheinen des Rossinischen Meisterwerkes viel gespielt wurde. Oder auf Tommaso Traetta. Die Sängerin nimmt sie alle genauso ernst wie die Mozart-Hits aus dem gängigen Repertoire wie aus „Figaros Hochzeit“ oder „Entführung aus dem Serail“. Die etwas schlanker gewählte Interpretation durch das Sinfonieorchester Basel unter Ivor Bolton entbehrt jeglicher Romantizismen, was dem heutigen Zeitgeist entspricht, aber nicht jedermanns Geschmack ist.

Die Sichtweise eines Stückes unterliegt eben auch einem gewissen Gefallen. Man muss auch bedenken, dass die im 19. und 20. Jahrhundert gebauten Opernhäuser eine üppigere Orchesterbehandlung verlangen, als man es auf diesem Album vorfindet. Peretyatko fehlt noch ein wenig von der Reife einer unverkennbaren Persönlichkeit, um an berühmte Vorbilder früherer Aufnahmen heranzureichen. Aber es gibt unter Opernfans ausgesprochene Stimmensammler, die werden an der „neuen“ Peretyatko Freude haben.

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