Olympia-Austragung in Tokio für Verbände alternativlos

Die Austragung der Olympischen Spiele in Tokio ist von existenzieller Bedeutung für die Internationalen Sportverbände, die auf IOC-Gelder angewiesen sind. Dementsprechend sei das Ringen um die Austragung bis zum letzten Moment im Interesse der Athleten und der internationalen Verbände auch in der Coronakrise alternativlos, betonte Tischtennis-Weltverbandspräsident Thomas Weikert.

„Sie sind schon ein Hoffnungsträger, die Athleten freuen sich darauf“, sagte Weikert. Für die Weltverbände wäre eine Absage existenziell bedrohlich, da für viele die Abhängigkeit vom Geld des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bis zu 90 Prozent betrage. „Für die Verbände wird es dramatisch.“

Einen Ausschluss von Ländern bei Qualifikationen und den Spielen vom 23. Juli bis 8. August wegen dauerhaft zu hoher Corona-Zahlen hält er für falsch. „Ich würde Sportler nicht bestrafen, wenn ein Land das nicht in den Griff bekommt“, erklärte Weikert.

Dagegen hält der Deutsche eine Bevorzugung von Olympia-Startern bei den Impfungen für vertretbar. „Wir reden von 10.000 Athleten und einer Vielzahl von Betreuern, die auf jede Menge Länder verteilt sind“, sagte Weikert. „Ein Problem daraus zu konstruieren, halte ich für überzogen.“

Der Geschäftsführer des Tokio-Organisationskomitees, Toshiro Muto, bekräftigte erneut, dass man Impfungen gegen das Coronavirus nicht als Voraussetzung für die Ausrichtung betrachte. Umfragen zufolge spricht sich eine klare Mehrheit der Japaner derzeit dafür aus, dass die Spiele nicht in diesem Sommer stattfinden sollten.

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Japans Olympia-Macher halten ungeachtet dessen an ihren Olympiaplänen fest. „Wir gehen solide voran“, sagte der Chef des Organisationskomitees, Yoshiro Mori, am Donnerstag nach einem Video-Gespräch mit IOC-Präsident Thomas Bach. Im Februar werde es ein Treffen von Regierung, Tokios Gouverneurin, dem Organisationskomitee und Bach geben, kündigte Mori an. Dabei werde man über das weitere Vorgehen sprechen. Ein Termin stehe noch nicht fest. Man habe von Bach „große Unterstützung“ erfahren, sagte Mori.

Bach selbst hatte am Vortag Kritik an den Bemühungen um eine Austragung zurückgewiesen. „Es ist ganz sicher nicht unverantwortlich“, versicherte der Deutsche.

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