Olympia-Trauma davongerodelt

Georg Fischler und Peter Penz holten nach Enttäuschung von 2014 diesmal Silber im Doppelsitzer — „Ein perfekter Tag für uns“

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Von Tobias Hörtenhuber

Als nach der Zieldurchfahrt der Einser aufleuchtete gab es auf der olympischen Rodelbahn kein Halten mehr. Peter Penz und Wolfgang Fischler kugelten jubelnd übereinander, Olympiasieger David Gleirscher und Kollegen sprangen lautstark schreiend aufs Eis. Österreichs Doppelsitzer hatten ihre Medaille fix.

Traum ging in Erfüllung

Dass Penz/Fischler am Ende um 88 Tausendstel von den Titelverteidigern Tobias Wendl/Tobias Arlt abgefangen wurden, tat der Freude keinen Abbruch. „Das war ein perfekter Tag. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen für uns zwei. Wir sind überwältigt“, strahlte der 33-jährige Penz und der um ein Jahr jüngere Fischler ergänzte: „Es waren auf jeden Fall teilweise harte Jahre für uns dabei, dieser Erfolg tut nun richtig, richtig gut.“ Vor vier Jahren in Sotschi hatte das noch ganz anders geklungen. „Es war ein saudummer Fehler an einer Stelle, die normalerweise überhaupt kein Thema ist“, meinte Fischler damals, in der sportlich bittersten Stunde des routinierten Rodel-Duos.

Bitterste Stunde in Sotschi

Rückblick: Nach dem ersten Durchgang lagen die beiden Tiroler in Russland beim Olymia-Debüt als Dritte ganz klar auf Medaillenkurs. Ein Flüchtigkeitsfehler in Kurve sieben brachte die Europameistern von 2012 fast zu Sturz, sie wurden ans Ende des Klassements durchgereicht. „Wir haben alles riskiert und alles verloren“, war die Enttäuschung bei Fischler riesengroß.

„Bin nicht voll gefahren“

Diese Erlebnisse wurden jetzt zwar mit der Silbermedaille vergessen gemacht, verdrängen ließen diese sich aber vor dem Finallauf in Pyeonchang nicht, wie Penz zugab: „Ich muss ganz ehrlich sein, ich bin nicht voll gefahren. Wenn wir im zweiten voll angegriffen hätten, dann wäre sogar mehr möglich gewesen.“ Und auch ÖRV-Sportdirektor Markus Prock zitterte: „Ich war sehr nervös. Ich habe nur gehofft, dass er nicht an Sotschi denkt. Aber dieses Jahr war Peter so konstant wie noch nie.“

Und auch Teamkollege Gleirscher fühlte mit den beiden mit: „„Die Medaille ist sicher eine richtige Genugtuung. Sie waren schon in Sotschi in dieser Situation und heute haben sie es runtergebracht.“

Misson in Teamstaffel, keine Zeit zu feiern

Auch wenn Fischler meinte, „schon kurz ins Ö-Haus, auf ein Glaserl zum Anstoßen“ zu schauen, die große Feier wurde vorerst verschoben. Denn bereits heute (13.30 Uhr MEZ/live ORF eins) steht für die Kunstbahnrodler noch die Teamstaffel an. Hier fehlt der ÖRV-Equipe Edelmetall noch, nachdem bei der Premiere 2014 nur der enttäuschende siebte Platz herausschaute. „Wir haben noch Großes vor, eine Teammedaille, die ist in Reichweite, wenn alles passt“, betonte Prock. Neben dem Silber-Duo starten Olympiasieger Gleirscher und Madeleine Egle für Rot-Weiß-Rot.