Omas Blumen sind wieder da

Allein ihr Duft versetzt uns zurück in schöne Tage unserer Kindheit und ihr Anblick ist ein vertrauter: Die blühenden Schönheiten aus Omas Garten erleben derzeit ein Comeback in den Beeten.

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Text: Melanie Wagenhofer

Nostalgische Gefühle kommen auf, wenn man das Tränende Herz sieht, das auch liebevoll Herzblume, Herzerlstock, Flammendes Herz oder Marienherz genannt. Die ausdauernde Pflanze entzückt mit ihren rosafarbenen herzförmigen Blüten, bei manchen Stauden zieren die Blüten zudem weiße Spitzen. Im Garten gefällt es ihr an gleichmäßig feuchten und nicht zu sonnigen Standorten. Die Stauden setzt man idealer Weise in einem Abstand von etwa 70 Zentimetern, am besten kommen sie in Gruppen von drei bis fünf Stück zur Geltung. Übrigensist das Tränende Herz die Giftpflanze des Jahres 2017, alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Wurzeln und können Brennen und Schmerzen im Mund, Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfe, Koliken, Atemnot und Kollaps hervorrufen. Im Volksmund wird die Blume auch als Männchen in der Badewanne bezeichnet. Wenn man die Blüte umdreht und ein wenig aufbiegt, weiß man, warum… Eine alte Bekannte ist auch die Gladiole oder Schwertblume, die ihren Namen den hochragenden Blütenstängeln verdankt und eine lange Tradition in unseren Breiten hat: Schon Ende des 17. Jahrhunderts wurde sie in Europa als Gartenpflanze eingeführt. Auch sie stellt eine ausdauernde Pflanze dar und erreicht Wuchshöhen von 50 bis 130 Zentimetern, manchmal ragt sie sogar zwei Meter in die Höhe. Die Gladiole ist nicht nur als Gartenschönheit jetzt wieder beliebt, sondern auch als Schnittblume gern gesehen. An einem sonnigen Standort, in viel lockerer Erde und mit viel Platz entfalten sich Gladiolen am besten. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Wer sie später pflanzt, hat bis Oktober Blüten.

Elfenhandschuh und Madame Hardy …

Wer es gern wohlriechend hat, kann sich an den intensiv duftenden, zarten Blüten der Duftwicke ergötzen, die obendrein in prächtigen Farben leuchten und ohne Blüten fast aussehen wie Erbsenpflanzen. Wenn da nicht romantische Stimmung aufkommt… Schnell wachsend, bereiten die eifrigen Kletterkünstlerinnen rasch Freude, viel Sonne und wenig Wind fördern sie in ihrer Entwicklung, so dass sie sich wunderbar zur Begrünung von Zäunen, Pergolen und Hauswänden eignen. Unermüdlich öffnen Duftwicken im Sommer neue Blüten im Garten. Duftwicken blühen von Juni bis August und machen sich auch auf dem Balkon und in der Vase und da recht lange sehr gut. Sie tragen klingende Namen wie „Madame Hardy“, Giurlande d‘Amour oder Rose de Resht: alte Rosensorten. Denn auch die Königin der Blumen muss in Omas Garten ihren Platz finden: alte Rosen. Als solche gelten Sorten, die aus der Zeit vor 1867 stammen. Typisch sind für viele alte Sorten dicht gefüllte Blütenköpfe, viele verströmen auch einen herrlichen Duft. Damaszener-Rosen haben die Kreuzritter im 13. Jahrhundert aus Kleinasien mit nach Europa gebracht, sie werden in ihren Heimatgebieten zur Herstellung von Rosenölen und Rosenwasser verwendet. Alba-Rosen oder Zentifolien-Rosen sieht man seit jeher häufig bei uns in Bauerngärten. Auch die Geranie oder Pelargonie ist schon vor Jahrhunderten nach Europa gekommen, viele der mehreren Hundert Arten, die stehend und hängend und in unzähligen Farben und sogar mit Punkten und Streifen gedeihen, sind beliebte Balkonpflanzen. Pelargonien wachsen buschig und haben kräftige Triebe, auch, dass sie pflegeleicht sind und stark blühen, war ihrer großen Beliebtheit bestimmt zuträglich. Aus bestimmten duftenden Geranien-Sorten wird ein Öl hergestellt, das in der Parfümindustrie zum Einsatz kommt. Nostalgiegefühle lassen auch blaue, violette, weiße und rosafarbene Akeleien aufkommen. Die Akelei, auch Narrenkappe, Elfenhandschuh oder Venuswagen genannt, zählt zu den Hahnenfußgewächsen. Sie ist eine angenehme Gartengenossin, weil es ihr fast überall recht ist. Die Akelei wird zwischen 15 und 90 Zentimeter hoch, in freier Wildbahn steht die wilde Form, die Gewöhnliche Akelei, unter Naturschutz. Im Mittelalter wurde sie zu medizinischen Zwecken eingesetzt und man schrieb der Blume eine große liebesfördernde Wirkung zu. Aber Vorsicht, man muss genau wissen, wie man sie anwendet, weil die Akelei schwach giftig ist. Zinnien gehören zur Familie der Korbblütler oder Asterngewächse. Zinnien blühen von Juli bis Oktober in Rot, Rosa, Violett, Gelb, Orange und Weiß, auch zweifarbige Blüten, auch einfache und dichte Blütenköpfe haben sie zu bieten. Zinnien sind pflegeleicht und präsentieren sich in großer Farbenvielfalt – aus dem Bauerngarten sind sie nicht wegzudenken. Um prächtig zu gedeihen, benötigt die Blumensorte viel Wärme, also sonnige, geschützte Standorte.

„Nehmen Sie hier diese Dahlie!“ „Hallo Dienstmann!“

Dahlien, einst „Ballkönigin im Bauerngarten“ genannt, sind ein hinreißender Blumenschmuck für jedem Garten. Die Dahlie wird zwar Herbstkönigin genannt, blüht jedoch schon ab Juni. Die Sonnenanbeterin gibt es in vielen prächtigen Farben und verschiedensten Blütenformen — manche zeigen pomponartige Blütenbälle, andere verfügen über gerollte Blütenblätter, die wie Stacheln aussehen.