OÖ bei Re-Industrialisierung Europas vorn dabei

Anders als in anderen Länder wurde in Oberösterreich der produzierende Sektor ohnehin gehalten

Landeshauptmann Thomas Stelzer
Landeshauptmann Thomas Stelzer © OÖVP/Mayrhofer

Europas und damit auch Oberösterreichs Industrie sehen sich großen Herausforderungen gegenüber. Einerseits der erforderlichen Veränderung hinsichtlich der Klimaziele, andererseits der erstarkten Konkurrenz aus China und den USA.

Bei einem Expertengespräch betonte Landeshauptmann Thomas Stelzer am Dienstag, dass Oberösterreich vor allem hinsichtlich einer geforderten Re-Industrialisierung in Europa gut gerüstet ist.

„Wir sind noch immer das Industriebundesland Nummer eins in Österreich, haben den produzierenden Sektor anders als andere weitgehend halten können. Sind also schon jetzt ganz vorne dabei“, will er auch europa- und weltweit voran gehen.

Für Oberösterreich und seine Firmen würden die kraftvolle Industriestruktur, die Qualität der Fachkräfte sowie die robustere finanzielle Struktur der Betriebe sprechen, betonte der Landeshauptmann.

Klimaschutz sieht Stelzer als Chance, nicht als Risiko für den wirtschaftlichen Erfolg. „In der Umwelttechnik etwa liegt im internationalen Vergleich eine der zentralen Stärken oberösterreichischer Anbieter. Wir in Oberösterreich verstehen Umweltschutz, Energieeffizienz und Öko-Innovation als große Chance für den Standort und den Arbeitsmarkt. In diesen Segmenten zählen oö. Firmen schon jetzt zur absoluten Weltspitze“, so Stelzer.

Beziehung zu China

In der Diskussion mit JKU-Professor Stefan Fink und OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer plädierte Wolfram Elsner von der Universität Bremen dafür, die Beziehungen zu China zu überdenken. „China kann ohne Europa, aber Europa auf Dauer nicht ohne China“, hoffte er eine Beziehung auf Augenhöhe.

„Wir haben Veränderungen in China seit den 1950ern, oder wenigstens seit den 1980ern zu lange ignoriert und fallen nun in eine falsche, äußerlich kritisierende, Wert-imperiale, in Wirklichkeit aber wenig informierte und defensive Haltung“, setzte Elsner vor allem Hoffnung auf das Investitionsabkommen der EU mit China. Dieses müsse umgesetzt und eine Partnerschaft auf Augenhöhe geschaffen werden, so Elsner.

Während ausländische Investoren von stetig verbesserten Bedingungen berichten würden, würde vor allem die Politik – etwa die Grünen in Deutschland – auf der Bremse stehen, bedauerte der Deutsche.cs

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