OÖ beim Impfen vorn dabei

Bis Ende der Woche sollen 43.000 Impfdosen verabreicht sein

V- l.: KUK-Lungen-Primar und Covid-Spezialist Bernd Lamprecht, LH-Stv. Christine Haberlander und Impfkoordinator Franz Schützeneder
V- l.: KUK-Lungen-Primar und Covid-Spezialist Bernd Lamprecht, LH-Stv. Christine Haberlander und Impfkoordinator Franz Schützeneder © Land OÖ/Kauder

Bis Ende Jänner werden drei Prozent der Österreicher gegen Corona geimpft sein. In Oberösterreich, das derzeit im Bundesländer-Vergleich an zweiter Stelle steht, waren mit Mittwoch exakt 37.286 Impfungen verabreicht worden.

Davon 21.503 in Alten- und Pflegeheimen, 6.579 in den Krankenanstalten, 8.536 an über 80-Jährige, die nicht in einem Heim leben, und 615 an niedergelassene Ärzte. 53 Personen haben bereits ihre zweite Teilimpfung bekommen. 150.341 Personen haben sich indes auf der Landeshomepage für eine Impfung registrieren lassen.

Bis Ende dieser Woche werden die Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen abgeschlossen sein. Von den rund 80.000 über 80-Jährigen sollten bis Monatsende rund ein Drittel geimpft sein. Somit sollten 43.000 Menschen eine Erstimmunisierung erhalten haben. Wenn keine weiteren Impfdosen geliefert werden, finden dann im Februar nur Zweitimpfungen statt.

Erhält AstraZeneca am Freitag die Zulassung und hält die avisierte Liefermenge ein, könnten im Februar Erstimpfungen für weitere 25.000 bis 28.000 Personen vorgenommen werden, schildert Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander. Allerdings werde die zweite Dosis sicherheitshalber zurückgelegt werden.

Zu viele Fragezeichen für exakte Planung

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Noch gestalte sich die Planung, so Impfkoordinator Franz Schützeneder, extrem schwierig, weil noch nicht klar ist, für welche Altersgruppen der AstraZeneca-Impfstoff, der kühltechnisch leichter zu handhaben ist als jener von Biontech/Pfizer, zugelassen wird.

Covid-19-Spezialist Prim. Bernd Lamprecht vom Linzer Kepler-Uni-Klinikum (KUK) rechnet mit einer Zulassung des AstraZeneca-Präparats nur für unter 65-Jährige oder auch nur für unter 55-Jährige. „Es handelt sich um einen exzellenten Wirkstoff von 90 Prozent, allerdings gibt es noch zu wenige Daten für ältere Personen, so dass es zu einer eingeschränkten Zulassungen kommen dürfte“, erklärt Lamprecht. Aber es würden bereits weitere Studien laufen.

„Wir sind noch ein Stück davon entfernt, in die Masse zu kommen“, bilanzierte Schützeneder in einem Pressegespräch am Mittwoch.

Das Gesundheitsministerium indes hat am Mittwoch die Verordnung für Corona-Impfungen durch niedergelassene Ärzte veröffentlicht. Damit dürfen die Ärzte ab sofort Menschen impfen, die über 80 sind. Ab 1. Februar dann auch Über-65-Jährige.

Sieben-Tage-Inzidenz unter 100

186 Neuinfektionen und fünf Todesfälle wurden am Mittwoch in OÖ gemeldet. Erstmals liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Land ob der Enns mit 98,6 knapp unter 100 pro 100.000 Einwohner, nur in Wien ist sie mit 92,3 noch besser. Darüber, was das für die Entwicklung nach dem 8. Februar bedeutet, hielt sich Haberlander noch bedeckt.

„Ich verstehe die Anliegen von vielen nach Öffnungsschritten, die Zahlen lassen diese zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht automatisch zu“, so die Gesundheitsreferentin. Lamprecht erinnerte an den Zielwert von unter 50, um nicht nach einer Öffnung unmittelbar den nächsten Lockdown wieder verhängen zu müssen. „Die Menschen haben sowohl den Lockdown, aber auch das Auf- und Zu schon satt“, sagte er.

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