OÖ bekommt eine Technische Universität

Landeshauptmann Thomas Stelzer spricht von „Großem Wurf für unser Land“

In Linz soll eine neue Technische Universität mit den Schwerpunkten Digitalisierung und digitale Transformation entstehen.

Bei den Details blieb man im Vorfeld noch vage. Ob es sich um eine Ausgründung aus der Uni Linz handelt oder die neue Hochschule parallel bestehen soll – die Planung wird in den kommenden Monaten intensiviert.


Es sollen jedenfalls zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen werden, um den Bedarf an Fachkräften zu decken. Die neue TU Linz soll „gemeinsam mit den bestehenden technischen Hochschulen ein Digitalisierungsaushängeschild Österreichs werden“, so das Bundeskanzleramt.

Ein Kompliment an OÖ

„Als großen Wurf für den Standort Oberösterreich“, bezeichnet LH Thomas Stelzer das Vorhaben des Kanzlers. „OÖ als Wirtschaftsmotor und führendes Industriebundesland der Republik, ist der logische Standort für die neue TU.“ Gerade in Zeiten eines Fachkräftemangels seien Investitionen in Digitalisierung, Forschung und Bildung enorm wichtig.

Im Zuge von Gesprächen wie man in der Wirtschaftskrise „den Standort Österreich und Oberösterreich wieder stark machen kann“ sei man auf die Idee gekommen, „Industrie-Weiterentwicklung und Digitalisierung zu verknüpfen. Das ist wegweisend.“ Das Ziel sei klar: „Oberösterreich soll das Zentrum des digitalen Wandels werden. Die Entwicklung der FH und der JKU hat Oberösterreich sehr weit gebracht. Die Entscheidung der Bundesregierung für eine eigene Universität sei ein Kompliment an das, was bisher in Oberösterreich geschehen ist“, so Stelzer.

Für JKU-Rektor Meinhard Lukas ist „die Gründung einer universitären Einrichtung, die sich in Lehre und Forschung ganz der Digitalisierung verschreibt, eine spannende Idee“, OÖ sei als Standort dafür „goldrichtig“: „Wir gehen davon aus, dass die JKU bei der Gründung der neuen Einrichtung eine zentrale Rolle spielt.“ Denn es müssten Zweigleisigkeiten vermieden und Synergien optimal genutzt werden.

„Gerade für das Industriebundesland Nummer 1, ist dies ein großer Erfolg und wichtiger Schritt für die nachhaltige Absicherung des Wirtschaftsstandorts“, zeigte sich WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer erfreut.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) sieht einen „guten Tag für die Universitäten“. Für den Präsidenten des Forschungsrates, Hannes Androsch, passt eine TU durchaus gut in das Industrieland OÖ: „Allerdings hört man schon wieder kein Wort zur Finanzierung unserer Universitäten.“ Der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Knill, warnt sogar davor, „dass wir uns hier durch eine Vielzahl an Technischen Universitäten nicht in Richtung Exzellenz entwickeln. Wir brauchen Größe und vor allem auch finanzielle Mittel. Die IV OÖ sieht in der neuen TU hingegen einen „Meilenstein“.

Uniko erneut skeptisch

„Vollkommen überrascht“ zeigt sich die Vorsitzende der Universitätenkonferenz (uniko), Sabine Seidler. Als Rektorin der TU Wien frage sie sich, welchen Sinn diese neue Einrichtung mache, so Seidler. Ebenfalls skeptisch ist der Präsident der TU Austria, des Zusammenschlusses der drei technischen Unis (TU Wien, TU Graz, Montanuni Leoben), und Rektor der TU Graz, Harald Kainz: „Österreich ist mit drei technischen Universitäten schon sehr gut versorgt. In Bayern und Baden-Württemberg gibt es je zwei, in Hessen eine, und das sind Länder in der Größenordnung Österreichs bzw. größer.“

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