OÖ gut gerüstet für den Schulstart

Viele Änderungen treten am Montag mit Schulbeginn in Kraft: Mehr Autonomie, Deutsch-Förderklassen, ...

Bildungslandesrätin Christine Haberlander und Bildungsdirektor Alfred Klampfer rechnen mit keinen organisatorischen Problemen zu Schulbeginn.
Bildungslandesrätin Christine Haberlander und Bildungsdirektor Alfred Klampfer rechnen mit keinen organisatorischen Problemen zu Schulbeginn. © OÖ/Schaffner

Es mag zwar für einige Schüler und Lehrer bedauerlich sein, aber am Montag beginnt wieder der Schulalltag … zuerst die gute Nachricht: „Der Schulstart in Oberösterreich müsste funktionieren“, sind sich Bildungslandesrätin Christine Haberlander und Bildungsdirektor Alfred Klampfer einig. Wobei manche Sachen durchaus herausfordernd seien, etwa die Deutschförderklassen. 153 solcher Klassen mit 2144 Schüler wird es in Oberösterreich geben, vor allem in den Bezirken Linz, Linz-Land, Wels und Vöcklabruck. Man konnte aber überall die aufgetauchten Probleme lösen, so Klampfer. Wegen Raumproblemen wird es vermutlich in drei Klassen zu einem integrativen Unterricht kommen, das heißt zwei Lehrer unterrichten in der selben Klasse, aber nach unterschiedlichen Lehrplänen. In Summe werden 7133 Schüler an 526 Schulstandorten mit anderer Erstsprache eine besondere Förderung in Deutsch erhalten. Sollten sich am ersten Schultag noch Änderungen ergeben, werde man dies auch in den Griff bekommen.

Weniger Flüchtlingskinder

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Grundsätzlich nimmt die Zahl der Flüchtlingskinder ab. Waren es im Vorjahr noch fast 1500, sind es mit Schulbeginn 1091 Kinder im schulpflichtigen Alter, die sich etwa zu gleichen Anteilen auf Primarstufe und Sekundarstufe aufteilen. Die schulpflichtigen Kinder sind derzeit auf 204 Orte aufgeteilt, was einen Durchschnitt von fünf Kindern pro Ort darstellt, wobei aber in Linz alleine 146 Kinder untergebracht wurden. Die zusätzlichen Kosten für die Sprachförderung dieser Kinder werden durch zusätzliche Mittel vom Bund abgedeckt.

Ebenfalls mit dem heurigen Schuljahr treten viele Maßnahmen in Kraft, die die Schulautonomie stärken. Unter anderem können sich Schulen zu Clustern zusammenschließen und die Möglichkeit zur Bildung flexibler Gruppengrößen bekommen: Klassenschülermindest- wie -höchstzahlen bzw. Teilungsziffern fallen weg. Auch der Unterrichtsbeginn kann schulpartnerschaftlich geändert werden und die 50-Minuten-Einheit dient zwar als Berechnungsgröße, kann aber flexibel angepasst werden. Außerdem können Direktoren sich eingeschränkt „ihre“ Lehrer aussuchen, heuer für die Oberstufe. Insgesamt werden in OÖ rund 1000 neue Lehrer eingestellt, 409 Lehrer gehen in Pension.

Gegen Schwänzen

Verschärft wird die Regelung für das Schulschwänzen: Ein Verfahren wird künftig eingeleitet, sobald ein Schüler im Laufe der neunjährigen Schulpflicht den vierten (vollen) Tag ungerechtfertigt der Schule fernbleibt — wobei diese Tage nicht unbedingt aufeinanderfolgen müssen. Außerdem wird eine Mindeststrafe von 110 Euro eingeführt, das Verfahren zur Verhängung von Strafen wird vereinfacht. Erstmals angewandt wird nun auch die knapp vor Ende des letzten Schuljahres in Kraft getretene Neuregelung des Rauchverbots: Damit wird dieses praktisch auf die gesamte Schulliegenschaft ausgedehnt, etwaige per Hausordnung mögliche Ausnahmeregelungen wurden damit aufgehoben.

Digitale Kompetenz

Nach einem Pilotversuch im Vorjahr wird in der Sekundarstufe I (AHS-Unterstufe/Neue Mittelschule) flächendeckend die neue verbindliche Übung „Digitale Grundbildung“ mit insgesamt zwei bis vier Wochenstunden (über die gesamten vier Jahre gerechnet) eingeführt. Auf dem Stundenplan stehen dabei etwa Office-Anwendungen, Informations-, Daten- und Medienkompetenz, Sicherheit sowie Computational Thinking. „Es geht vor allem darum, die Schülerinnen und Schüler heute für die Herausforderungen von morgen fit zu machen, sie für die Zukunft vorzubereiten und ihnen auch das notwendige Rüstzeug mitzugeben“, so Haberlander. OÖ spiele hier schon lange eine Vorreiterrolle, so Klampfer. Aber letztendlich müsse der Lehrer von Fall zu Fall entscheiden, welche Möglichkeiten man im Unterricht nutzt. Klar sei aber, dass man keine Medienkompentenz erlangen kann, wenn man Smartphone und Co. aussperrt.

Organisatorische Änderung

Das heurige Schuljahr ist aber nicht nur für die Schüler und Lehrer eine Herausforderung, sondern auch für die Schulverwaltung. Mit 1. Jänner wird nämlich der Landesschulrat offiziell in die Bildungsdirektion umgewandelt.