Oö. Infrastrukturpaket widmet sich Linzer Osttangente und Stromnetz

Eine Milliarde Euro für „leistungsfähige Energieversorgung“ bis 2028

V. l.: LR Steinkellner und LR Achleitner präsentierten gestern ein umfangreiches Infrastrukturpaket für OÖ.
V. l.: LR Steinkellner und LR Achleitner präsentierten gestern ein umfangreiches Infrastrukturpaket für OÖ. © Land OÖ/Heinz Kraml

Als ein „Meilenstein“ wurde es beschrieben: Die Rede ist vom Infrastrukturpaket für OÖ, das Wirtschafts-, Raumordnungs- und Energielandesrat Markus Achleitner und Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner gestern gemeinsam präsentierten.

Es umfasst dabei die Bereiche Verkehr, Stromversorgung und Betriebsansiedlung.

Für „Osttangente Linz“ eine stadtnahe Trasse

Das Raumordnungsprogramm „Osttangente Linz“ soll für das an seine Belastungsgrenze stoßende Verkehrssystem in und um Linz endlich Entlastung bringen. „Durch den geplanten Autobahnausbau in Tschechien ergibt sich langfristig ein durchgängiger Verbindungskorridor zwischen Berlin-Dresden-Prag-Linz. Daraus erwachsen hohe Anforderungen an diese Osttangente. Um eine Entlastung der A7 im Linzer Stadtgebiet gewährleisten zu können, ist eine leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung essenziell. Die gewählte Variante über den Knoten Treffling, Steyregg und Ebelsberg, beinhaltet die besten Umleiteffekte“, beschrieb Steinkellner das Vorhaben.

Als Vorzugsvariante wurde im Rahmen der Korridoruntersuchung eine stadtnahe Trasse ermittelt. Die Tangente soll die Westautobahn A1 mit einer neuen Brücke über die Donau bei Steyregg mit der Mühlkreisautobahn A7 bei Mittertreffling verbinden. Ein fünf Kilometer langer Tunnel durch den Pfenningberg wird für die Umsetzung benötigt. Bis Ende der 2020er-Jahre könnte das Projekt realisiert werden.

Mit den „Umfahrungen Mattigtal-Süd“ steht zudem ein weiteres Raumordnungsprogramm kurz vor der Beschlussfassung. „Durch die Flächensicherung für die Linzer Osttangente sowie die Umfahrung Friedburg-Heiligenstatt, die Spange Jeging und die Spange Höcken werden die Voraussetzungen für eine Realisierung dieser wichtigen Straßenbauprojekte geschaffen. Von diesen Infrastrukturprojekten werden sowohl die Bevölkerung und insbesondere die Pendler als auch die Unternehmen in der jeweiligen Region profitieren“, unterstrich Achleitner.

„Stromnetzmasterplan“ mit 34 Projekten

Der zweite große Sektor im Infrastrukturpaket betrifft die Energieversorgung im Land; hier ist ein Ausbau des Stromleitungsnetzes geplant. „Der Ausstieg aus Öl und die Nutzung von erneuerbaren Energien verlangen ein qualitativ hochwertiges und sicheres Stromnetz. Mit dem ,Stromnetzmasterplan 2028′ haben wir eine Gesamtstrategie mit 34 Netzprojekten und einem Investitionsvolumen von rund 1 Mrd. Euro erstellt, das von den Netzbetreibern umgesetzt werden wird“, so Achleitner weiter. Die Projekte, welche in Etappen umgesetzt werden sollen, betreffen dabei die Stromversorgung im Zentralraum, im Almtal-Kremstal, im Pramtal-Süd und im Mühlviertel. Dieser „Stromnetzmasterplan 2028“ soll dann am 1. Juli – ebenso wie die Raumordnungsprogramme für die Flächensicherung der beiden Verkehrslösungen – von der oö. Landesregierung beschlossen werden.

Um OÖ auch als Wirtschaftsstandort langfristig wettbewerbsfähig zu positionieren, bemüht man sich zusätzlich um sogenannte „Leitstandorte“ – um Flächen für strategisch wichtige Betriebsansiedlungen bzw. Erweiterungen von Leitbetrieben für die Zukunft zu sichern. In Reichersberg etwa soll – mit einer zusammenhängenden, verfügbaren Fläche von 31 Hektar – ein überregional bedeutsames Wirtschaftsgebiet entwickelt werden.

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