OÖ lehnt frühere Sperrstunde ab

Lokale sollen weiter bis 1 Uhr offen halten dürfen – Im Westen ist um 22 Uhr Schluss

Noch ist nicht um 22 Uhr Schluss: OÖ lässt bis 1 Uhr die Lokale offen.
Noch ist nicht um 22 Uhr Schluss: OÖ lässt bis 1 Uhr die Lokale offen. © Mirko - stock.adobe.com

Die westlichen Bundesländer Österreichs preschten gestern angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen mit einer Vorverlegung der Sperrstunde vor: In Vorarlberg, Tirol und Salzburg ist ab 22 Uhr Schluss mit der Bewirtung in der Gastronomie.

Ein drastischer Einschnitt für die Gastronomie, der in Oberösterreich aktuell noch auf breiter Basis abgelehnt wird. Von Landeshauptmann Thomas Stelzer über seinen Vize Manfred Haimbuchner bis zum Linzer Bürgermeister wurde bekräftigt, dass ein solcher Schritt im Land ob der Enns aktuell kein Thema sei.

„Mit Maß und Ziel“

„Wir beobachten die Corona-Lage in Oberösterreich sehr genau. Gerade unser Bundesland hat in den Sommermonaten mehrmals gezeigt, dass es zur richtigen Zeit, die richtigen Maßnahmen setzt, etwa mit einer verschärften Maskenpflicht. Politische Entscheidungen müssen immer mit Maß und Ziel getroffen werden, das ist mein klarer Anspruch“, so der Landeshauptmann.

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„Gerade erst gestern wurde wieder österreichweit die allgemeine Maskenpflicht eingeführt. Und ein Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen in Oberösterreich bestätigt meine Meinung, dass es aus heutiger Sicht nicht notwendig ist, die Sperrstunde vorzuverlegen“, will Stelzer die Sperrstunde vorerst bei 1 Uhr belassen. Eine Einschränkung zu einem späteren Zeitpunkt sei aber nicht ausgeschlossen: „Das Corona-Virus hat uns gelehrt, dass wir nichts ausschließen können“, gab Stelzer zu bedenken.

LH-Vize Haiimbuchner stellte sich hinter die Wirte: Eine Sperrstunde um 22.00 Uhr wäre der Todesstoß für die Gastronomen im Land, betonte er. In Oberösterreich seien solche Überlegungen kein Thema und eine solche Schädigung der Gastronomiebetriebe und der dahinterstehenden Familien in seiner Partei schlicht denkunmöglich. Auch der Linzer Bürgermeister hält nichts von einem früheren Zusperren: „Aktuell sind keine weiteren Verschärfungen, wie etwa frühere Sperrstunden, notwendig“, so Klaus Luger.

„Gute Gespräche in OÖ“

Der oö. Wirtesprecher, Thomas Mayr-Stockinger, betonte im Gespräch mit dem VOLKSBLATT die guten Gespräche mit den Vertretern der Landesrergierung, dass es aktuell zu keinen Maßnahmen komme. Die westlichen Bundesländer hätten durch die Tourismuslastigkeit auch andere Voraussetzungen, zudem hätte Oberösterreich bisher gezeigt, dass es kaum Überschreitungen gäbe, so Mayr-Stockinger. Eine Vorverlegung der Sperrstunde wäre nach zahlreichen Absagen von Weihnachtsfeiern und verschobenen Hochzeitsgesellschaften ein weiterer schwerer Rückschlag für die heimische Gastronomie, betont er.

Vorerst drei Wochen

In Salzburg, Tirol und Vorarlberg gilt die neue Sperrstunde vorerst für drei Wochen ab kommendem Freitag. Bundeskanzler Sebastian Kurz appellierte indes an die Bundesländer Wien und Niederösterreich, es den westlichen Bundesländern gleich zu tun. „Es geht uns darum, Arbeitsplätze zu retten“, so der Kanzler. Je höher die Zahl an Neuinfizierten sei, desto mehr Reisewarnungen und desto weniger Touristen gebe es, erklärte Kurz.

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