OÖ sagt Drogen den Kampf an

Anzeigenplus im Vorjahr – Polizei nimmt Dealer ins Visier – Land setzt auf Prävention

V. l.: LH-Stv. Christine Haberlander, LH Thomas Stelzer, Landespolizeidirektor Andreas Pilsl
V. l.: LH-Stv. Christine Haberlander, LH Thomas Stelzer, Landespolizeidirektor Andreas Pilsl © Land OÖ/Mayrhofer

Während im Vorjahr in Oberösterreich die Zahl der Anzeigen Corona-bedingt zurückgegangen ist, kam es im Bereich der Suchtmittelkriminalität zu einem Anstieg um vier Prozent auf 7468 Delikte. Grund genug für das Land OÖ, gemeinsam mit der Polizei einen Aktionsplan gegen Drogen umzusetzen.

Dieser beinhaltet laut Landeshauptmann Thoma Stelzer neben dem konsequenten Vorgehen der Exekutive gegen den Handel mit Suchtmitteln die Suchtprävention, die bereits im Kindes- und Jugendalter ansetzt sowie Beratung, Fürsorge und Behandlung von Suchtkranken.

„Wie aktuell das Thema ist, zeigt die Tatsache, dass es der Polizei erst kürzlich gelungen ist, einen Drogenring mit Dealern aus drei Bundesländern zu zerschlagen.“

750 Dealer im Vorjahr aus dem Verkehr gezogen

Laut Landespolizeidirektor Andreas Pilsl habe sich in Folge der Flüchtlingskrise im oö. Zentralraum eine Drogenszene etabliert, die von der Bevölkerung wahrgenommen werde. „Wir haben gemeinsam mit der Politik Kriminalitätsbrennpunkte definiert und Schwerpunkte gegen den Suchtgifthandel im öffentlichen Raum gesetzt. Mit der neuen Bereitschaftseinheit könne man hier noch gezielter vorgehen.“ Allein 2020 hat die Polizei 750 Dealern das Handwerk gelegt. Insgesamt wurden 1,9 Kilo Heroin, 4,3 Kilo Kokain, 275 Kilo Cannabis, 2074 Stück Ecstasy-Tabletten sowie 8,9 Kilo Amphetamin und 0,7 Kilo Methaphetamin sichergestellt.

Drogenlenker haben oft mehrere Substanzen intus

Ein großes Problem stellt laut Pilsl auch die steigende Zahl von Drogenlenkern dar. So seien heuer bis Ende August bereits mehr als 1000 beeinträchtigte Lenker erwischt worden, wobei sich zeige, dass die Betroffenen oftmals mehrere Substanzen eingenommen haben. Weil laut Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander der Grundstein für Suchterkrankungen oft schon in jungen Jahren gelegt wird, sei es wichtig, frühzeitig anzusetzen.

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So beginnt das Land OÖ bereits bei den Jüngsten im Kindergarten mit der Prävention. „Natürlich lassen wir auch jene nicht alleine, die bereits mit Drogen in Verbindung gekommen sind und ein Suchtproblem haben“, betont Haberlander. Für diese Menschen sei es wichtig zu wissen, dass jemand da ist, der sie unterstützt, in ein normales Leben zurückzufinden.

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