OÖ Spitäler im Dauerstress

Ab 1. Dezember Entlastung durch 142 Plätze in Medizinischen Versorgungseinrichtungen

V. l.: OÖG-Chef Franz Harnoncourt, LH Thomas Stelzer, LH-Stv. Christine Haberlander und Vamed-Direktor Prim. Hermann Moser
V. l.: OÖG-Chef Franz Harnoncourt, LH Thomas Stelzer, LH-Stv. Christine Haberlander und Vamed-Direktor Prim. Hermann Moser © Land OÖ/Mayrhofer

Rund 1.100 Covid-19-Patienten müssen derzeit in den oö. Spitälern betreut werden. Bei den Intensivbetten stößt man mit 148 Patienten an die nächste Kapazitätsgrenze (150), eine Aufstockung wird angesichts der Prognosen von bis zu 170 Schwererkrankten in der kommenden Woche demnächst erfolgen. Auch das UKH Linz springt ein.

„Um die Notsituation besser bewältigen zu können“, so LH Thomas Stelzer, und das Spitalspersonal zu entlasten, werden zudem sogenannte Medizinische Versorgungseinrichtungen (MVE) für Patienten geschaffen.

Dort erhalten sie eine Behandlung wie sie auf einer Normalstation im Krankenhaus erfolgt. Ausgegangen wird von einer Verweildauer von im Schnitt 14 Tagen pro Patient.

Stelzer und seine Stellvertreterin Gesundheitsreferentin Christine Haberlander kündigten am Dienstag 142 Plätze an. Ab 1. Dezember stehen in den Reha-Einrichtungen der Vamed in Enns 29 und am Gmundnerberg 75 Plätze zur Verfügung, das KH der Kreuzschwestern in Sierning bietet zunächst 38 Plätze an und könnte später um weitere 21 aufstocken.

Die Verträge wurden vorerst unbefristet abgeschlossen, sagte Harald Schöffl, Mitglied in der Geschäftsführung der Oö. Gesundheitsholding (OÖG). Man gehe aber davon aus, dass man die Ausweichquartiere zumindest vier Monate lang nutzen werde, um Druck aus den Spitälern herauszunehmen. OÖG-Chef-Franz Harnoncourt betonte: „Das beste System der Welt kommt an seine Grenzen, wenn der Zustrom nicht gehemmt wird. Die Mitarbeiter befinden sich schon lange im roten Drehzahlbereich und benötigen eine Entlastung.“

„Die Lage ist nach wie vor ernst“, vor allem was die Auslastung der Intensivbetten angehe, sagt Stelzer. „Die Spitalspatienten sind ein Vielfaches mehr als im Frühling“, so Haberlander.

Konzept bereits im März entwickelt

„Bereits im März haben wir ein Konzept für Ausweichquartiere entwickelt, die dann nicht benötigt wurden. Es wurde im Sommer überarbeitet und daher konnten jetzt die Verträge rasch unter Dach und Fach gebracht werden“, erläutert Schöffl. Aktuell sei die Nachfrage nach einer Reha nicht so groß, so dass kein Covid-Patient einem Reha-Patienten ein Bett wegnehme.

Die drei Häuser werden den Betrieb mit ihrem eignen Personal stemmen, lediglich in Sierning wird man im ärztlichen Bereich mit dem Phyrn-Eisenwurzen-Klinikum und dem Klinikum Wels-Grieskirchen kooperieren. „Nicht das Bett oder die Technik, das Personal ist der wahre Engpass“, betonte Stelzer, „wir stoßen schön langsam an unsere Grenzen“.

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