OÖ verzeichnete trotz Krise 10 Prozent mehr Firmengründungen

Die Pandemie hat zwar im ersten Halbjahr 2020 auch in Oberösterreich zu einem deutlichen Rückgang bei Unternehmensgründungen geführt, das wurde aber im Lauf des Jahres mehr als wettgemacht.

Insgesamt wurden im Vorjahr 5.365 gewerbliche Unternehmen neu gegründet, 2019 waren es 4.864 (plus 10,3 Prozent), bilanzierte Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) in einer Pressekonferenz am Mittwoch und gestand: „Wir haben das ehrlich gesagt nicht erwartet.“

Er habe vielmehr befürchtet, dass es weniger Gründungen geben werde, wenn die Menschen nicht zusammenkommen können, so Achleitner, denn Gründungen würden viel Kontakt erfordern. Aber das Gegenteil sei der Fall gewesen. Es sei „toll, dass Krise zu Innovation führt“.

Viele bestehende Unternehmen hätten auch Töchter gegründet und sich mit Start-ups zusammengetan, sich quasi „neben dem Tanker noch ein Schnellboot“ angeschafft. Der Landesrat sieht vor allem in der Kreislaufwirtschaft Fortschritte – eine für das Bundesland bedeutsame Branche, denn in Oberösterreich sei die Kunststoffindustrie mit 38.000 Mitarbeitern der nach der Autoindustrie wichtigste Zweig.

Das Joanneum Research hat für seinen jährlichen Standortbericht für Oberösterreich 121 Unternehmen und 15 Forschungseinrichtungen im Bundesland befragt. Ergebnis: Die meisten waren deutlich optimistischer als die Wirtschaftsprognosen es hätten vermuten lassen. Als größtes Problem sahen sie Liquiditätsengpässe.

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Allerdings machten sie auch große Chancen aus: 61 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sich im Rahmen der Covid-19-Krise neue Produkte, Geschäftsmodelle oder Mitbewerber durchsetzen werden. Gut 70 Prozent haben die Krise zum Aufbau neuer Kompetenzen und Ressourcen genutzt, 40 Prozent der befragten Forschungseinrichtungen haben in der Zeit ihre technologischen Kompetenzen weiterentwickelt.

Oberösterreich habe bessere Arbeitsmarktzahlen als andere Bundesländer und seinen ersten Platz im Export-Ranking der Bundesländer halten können, ist Achleitner zufrieden. Bewährt habe sich auch die Innovationsförderung. So manches Unternehmen habe etwa in digitale Vertriebswege investiert, weil es für sie in der Krise die einzige Möglichkeit war, etwas zu verkaufen. Und nun würden diese Dinge bestehen bleiben.

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