Opel Grandland X Hybrid4 – Balance-Akt mit Seil und doppeltem Boden

Der Opel Grandland X soll als Plug-in-Hybrid viele Herausforderungen meistern. Das größte SUV der Rüsselsheimer soll Firmenwagen, Familienkutsche und Langstreckenfahrzeug in einem sein und dank elektrischer Unterstützung auch das grüne Gewissen des Autohalters beruhigen.

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Als SUV-Speerspitze hat die deutsche Traditionsmarke Opel seit 2017 den Grandland X im Portfolio, vor allem für Firmenkunden, Vielfahrer soll er eine Option darstellen, denn SUV sind ja nach wie vor im Trend.

Beim Design hat man sich darum alle Mühe gegeben zu gefallen. Für einen SUV wirkt der Grandland X optisch recht dynamisch und die Plug-in-Variante ist von den Verbrennern nur minimal unterscheidbar. Erkennbar lediglich an zwei Tankdeckeln: rechts hinten für den Sprudel und links hinten für den Strom.

Typenschein

Opel Grandland X Hybrid4 Ultimate

Preis: ab € 49.999,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 57.265,-; einen Opel Grandland X (1.2 Turbo Edition Benzin) gibt es ab € 26.729,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 794,88 jährlich
Garantie: 2 Jahre, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten:
Benzinmotor: R4, 16V, Turbolader, Partikelfilter, 1598 cm³, 147 kW/200 PS bei 6000 U/min, max. Drehmoment 300 Nm bei 3000 U/min
Elektromotor: vorne 81,2 kW/110 PS, hinten 83 kW/113 PS
Systemleistung: 221 kW/300 PS
System-Drehmoment: 520 Nm
Getriebe: Achtgangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,1 s
Leistungsgewicht: 6,35 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 1,4 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 5,7 Liter
CO2-Ausstoß: 31 g/km
Euro 6

Eckdaten:
L/B/H: 4477/1906/1609 mm
Radstand: 2675 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1904/2350 kg
Kofferraum: 405-1652 Liter
Tank: 43 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 205/55 R19 97V auf 19“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC
Airbags: 6

Denn der Grandland X bedient sich gleich dreier Motoren, um seine maximal fünf Insassen von A nach B zu bewegen.

Das Zusammenspiel der Motoren klappt dann auch prinzipiell wunderbar. Los geht´s rein elektrisch und somit flüsterleise sowie sattem Vortrieb. Der unter den Rücksitzen verbaute 13,2 Kilowattstunden fassende Lithium-Ionen-Akku ist an der Haushaltssteckdose nach acht Stunden wieder voll und für maximal 59 Kilometer rein elektrisches Fahren bereit.

In der Praxis reicht eine Ladung für gut 50 Kilometer. Ist die Ladung aufgebraucht – man kann prinzipiell am Menü auch eine Mindest-Strommenge definieren, um zur Not rein elektrisch heimzufahren –, geht´s über 135 km/h oder wird das Gaspedal kräftig durchgedrückt meldet sich der aufgeladene Vierzylinder zu Wort.

Anfangs zurückhaltend kann er bei Volllast durchaus lautstark agieren, wobei er mit seinen 200 PS den 1,9-Tonner agil nach vorne bewegt. Das Fahrwerk gibt darüber hinaus keinen Anlass zu Kritik.

Es ist weder unkomfortabel noch wankanfällig. Durch den tiefen Schwerpunkt ist auch die Straßenlage perfekt, selbst flotte Kurven bringen den 4,48 Meter langen Opel nicht aus der Ruhe. Auch zur Lenkung kann man nichts Negatives sagen und die Bremsen arbeiten wohlfeil.

So gesehen taugt der Grandland X als Langstreckenfahrzeug; unter anderem, weil das Platzangebot vorne wie hinten üppig ist. Lediglich der sehr gut verarbeitete Kofferraum mit elektrischer Heckklappe und doppeltem Ladeboden ist für ein Fahrzeug dieser Größe mit 405 Litern relativ klein.

Im Preis von gut 57.000 Euro enthalten ist im Grandland X in der höchsten Ausstattungslinie namens Ultimate eine Ausstattung, die kaum noch Wünsche unerfüllt lässt. Unter anderem wird man mit adaptiven LED-Scheinwerfern, einem acht Zoll großen Touchscreen inklusive Navi, einer Zweizonen-Klimaautomatik, einem Keyless-System und vielem mehr verwöhnt.

Dazu gesellen sich eine umfangreiche Assistenzarmada (unter anderem Toter-Winkel-Warner, Verkehrsschilderkennung und adaptiver Tempomat) sowie Alu-Pedallerie, Wireless Charging und beheizbare Leder-Vordersitze, sodass der Grandland X diesbezüglich fast komplett ausgestattet ist.

Prinzipiell macht der Opel das, was beliebte Autos am besten können: nichts falsch. Aber ein paar Dinge hätten die Opel-Ingenieure besser machen können: Die Türverkleidung besteht überwiegend aus Hartplastik.

Die analoge Tachoanzeige ist nicht mehr zeitgemäß und der Bildschirm des Multimediasystems relativ klein. Und dann ist natürlich noch die Sache mit dem Verbrauch: Laut Beipackzettel sind es 1,4 Liter – in der Praxis ein unerreichbarer Wert, außer man bewegt den wendigen Grandland X ausschließlich in der Stadt.

Realistisch sind knapp sechs Liter und bei sportlicher Fahrweise (beispielsweise im Sport-Modus) sind auch sieben, acht Liter die Realität. Daher gilt: Beim Kauf eines Plug-in sollte man sich prinzipiell vorher sehr genau überlegen, wie, wo und wie lange der Wagen bewegt wird – sonst war´s das mit der Sprit-Ersparnis.

Fazit

Unauffällig sammelt der Opel Grandland X viele Pluspunkte, was ihn zu einem hoch interessanten Wagen macht. Dazu gehören ein gefälliges Äußeres (bis auf die deplatziert wirkende schwarze Motorhaube), eine umfangreiche Serienausstattung sowie souveräne Fahreigenschaften. Allerdings lassen sich das die Rüsselsheimer teuer bezahlen: Gut 57.000 Euro muss man sich einmal leisten können.

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