Opel Grandland X: Im Land der großen Träume

Der Opel Grandland X Ultimate lädt zum Träumen ein, denn der flüsterleise Benziner und die teilautonomen Funktionen machen das Fahren im größten Opel-SUV zum Vergnügen.

Der im Jahr 1862 gegründete Konzern Opel hat eine wahrlich bewegte Geschichte hinter sich. Zuerst produzierte das Unternehmen Nähmaschinen, dann Fahrräder und im Jahr 1898 begann dann die Autoproduktion, der darin gipfelte, dass Opel im Jahr 1928 der größte deutsche Autohersteller war – der übrigens damals auch Motorräder fertigte.

Allerdings blieb Opel kein deutsches Unternehmen; vor neunzig Jahren, also 1929, kaufte General Motors die Firma und blieb – trotz immer wiederkehrender Trennungsversuche – amerikanisch, bis im Jahr 2017 der französische PSA-Konzern die Gunst der Stunde nutzte und sich Opel einverleibte.

Typenschein

Opel Grandland X Ultimate

Preis: ab € 40.059,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 43.165,- unter anderem inklusive Lederausstattung Schwarz € 1299,-, adaptivem Tempomaten € 572,-, Wireless Charging € 194,- und Sonnenschutzrollos € 122,-; einen Opel Grandland X (Edition 1.2 Turbo) gibt es ab € 26.569,-
NoVA/Steuer: 8 %/ € 856,44 jährlich
Garantie: 2 Jahre, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder jedes Jahr

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Turbolader, 1598 cm³, 133 kW/180 PS bei 5500 U/min, max. Drehmoment 250 Nm bei 1750 U/min
Getriebe: Achtgangautomatik
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,8 s
Leistungsgewicht: 8,3 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 7,2/4,9/5,7 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 7,8 Liter
CO2-Ausstoß: 132 g/km
NOx: 0,0359 g/km; Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 4477/1906/1609 mm
Radstand: 2675 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1494/2000 kg
Kofferraum: 514-1652 Liter
Tank: 53 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 225/55 R18 91V auf 18“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/RSR/BSD/LKA/ACC
Airbags: 6

Opel galt davor schon als schwächelnd, was teils Qualitätsmängeln geschuldet war als auch dem Faktum, dass die Marke – trotz Kultautos wie Kadett, Kapitän und Manta – nie als so hip und in wie andere Marken galt. Zudem setzten die Rüsselsheimer erst relativ spät auf den SUV-Boom – so feierte das dritte Opel-SUV, eben der Grandland X, erst 2017 seine Weltpremiere.

Aber dennoch entwickelt sich Opel nun sehr gut, die Profitabilität steigt, die Sparmaßnahmen greifen und das Renommee der Marke legte deutlich zu. Kein Wunder, bauen doch die Rüsselsheimer grundsolide Autos, die sie zu einem respektablen Preis-Leistungs-Verhältnis an den Mann bringen. Bestes Beispiel ist eben der Grandland X, der in der Luxus-Ausstattungslinie namens Ultimate mit ein paar Extras gut 43.000 Euro kostet. Da sind dann traumhafte Features wie adaptiver Tempomat, schnurloses Laden, Sitzheizung und -kühlung, Lenkradheizung, Lederausstattung, Alu-Pedale, Fernlichtassistent, hochauflösende Rückfahrkamera (die ist wirklich großes Kino), Zweizonen-Klimaautomatik und adaptive LED-Lichttechnologie mit an Bord, wenn es auf große Fahrt geht.

Und auf große Fahrt kann man mit dem wendigen und gefällig gestalteten Fünfsitzer durchaus gehen. Der 53 Liter fassende Tank ermöglicht Nonstop-Fahrten von gut 700 Kilometern, nach denen man entspannt aus dem Wagen steigt, so gut schmiegt sich das Ledergestühl an die Konturen der Insassen, so groß ist der Freiraum für Beine, Kopf und Ellbogen, so sicher navigiert der Grandland X mit seinen zahlreichen Helferlein durch den Verkehr und so sanft und leise schnurrt der Vierzylinder unter der Haube.

Wirklich spurtstark ist der 1600er-Benziner nicht, der den 1,5-Tonner binnen 8,8 Sekunden Richtung Hundertermarke bringt. Die Achtgangautomatik waltet spürbar und gerade ausreichend schnell ihres Amtes, während das Fahrwerk die Bodenunebenheiten dezent wegbügelt. Die Lenkung hingegen ist eher indirekt und weich und somit wohl nicht jedermanns Sache. Anders als bei anderen Opel-Modellen sind die Bremsen des Grandland X, der übrigens wie sein Plattform-Bruder Peugeot 3008 im französischen Sochaux gebaut wird, bombenfest und fein dosierbar.

Der dunkle Innenraum mit hellem Dachhimmel ist nüchtern und logisch aufgebaut, dasselbe gilt für die Menüführung des hochauflösenden Farb-Touch-Displays. Auch bei der Verarbeitung gibt sich der Grandland X keine Blöße, der als Lademeister ebenfalls eine recht gute Figur macht. Die 514 Liter Kofferraumvolumen lassen sich problemlos auf eine ebene Fläche mit 1652 Liter Stauraum erweitern; wenn man die hohe Ladekante erst einmal überwunden hat.

Fazit: Imagemäßig wird der Grandland X (noch) unter seinem Wert geschlagen. Das hängt wohl auch mit seinem (zu) braven und gefälligen Design zusammen. Dafür wartet das Mittelklasse-SUV mit Premium-Anstrich mit vielen Stärken, einer üppigen Ausstattung und nur minimalen Schwächen auf.

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