Open Air mit Klassik-Hadern

Bruckner Orchester Linz macht im Juli Konzerttour durchs Land OÖ

Markus Poschner dirigiert, im Juli gesellen sich Freiluft und Picknick dazu: Hochficht (am 6.), Hinterstoder (9.), Reichersberg (15.)
Markus Poschner dirigiert, im Juli gesellen sich Freiluft und Picknick dazu: Hochficht (am 6.), Hinterstoder (9.), Reichersberg (15.) © Reinhard Winkler

Sommer 2018, die zuständigen Köpfe des Linzer Bruckner Orchesters in „Strategieklausur“. Raus ins Land, aber wie genau? Große Vorbilder gab’s, Hyde Park oder die Proms, die Sommerkonzertreihe in London.

Der Vergleich war gewagt, aber die Richtung stimmte. „Eine neue Form des Konzertes“ sollte es auf jeden Fall sein, sagt Thomas Königstorfer, kaufmännischer Direktor des Linzer Landestheaters. Eine Vorstellung entstand, Bühne in großer Wiese, dahinter ein Berg.

Das Resultat ist prachtvoll, die Open-Air-Reihe entsprechend superlativisch betitelt mit „Wahrhaftig himmlisch!“. Im Juli macht sich das Bruckner Orchester drei Mal zur Landpartie auf, hinzu kommt das programmgemäße Gastspiel in Gmunden am 4. Juli im Toscanapark (ORF III filmt mit). Jeweils ab 20 Uhr musiziert das Orchester am 6. Juli in der Talstation Hochficht, am 9. Juli in Hinterstoder im Zieleinlauf der Weltcupstrecke „Hannes Trinkl“ (mit Hohem Priel als Hintergrund – bingo!) sowie am 15. Juli im wunderschönen Innenhof des Stift Reichersberg.

10 Euro pro Nase

Eine „Riesenfreude“ verströmte am Dienstag Landeshauptmann Thomas Stelzer bei der Präsentation im Linzer Musiktheater. Die Konzertreihe eine „Referenz an die Landsleute“, so Stelzer, „denn das ist ihr Orchester“. Ein Virus war da (und ist immer noch da), aber jetzt herrscht einmal Aufbruchstimmung: „Das tut vielen so gut, denen das Kulturleben so abgegangen ist.“

Markus Poschner, Chefdirigent des Bruckner Orchesters, ist ebenfalls „sehr glücklich“. Konzerte für die ganze Familie seien das, auf Picknickdecken oder nur in Sitzreihen (Reichersberg), zu einem sehr humanen Preis von zehn Euro pro Nase. Im Orchester spüre er Fröhlichkeit und Zuversicht, „das ist das Zeichen, das von uns ausgeht“.

Das Programm ist, poptechnisch gesprochen, quasi ein Best-of klassischer Musik. Von Mozarts „Figaro“-Ouvertüre, Bartóks „Rumänischem Tanz“ über Schuberts „Rosamunde“ und Bruckners Scherzo aus der Sinfonie Nr. 4 („Romantische“) bis zum Finale mit Johann Strauss´ (Sohn) Ouvertüre zu „Die Fledermaus“.

Und wenn als Spielverderber das Wetter quertreibt? Es müsste schon „horizontal regnen“, will sich Poschner nur von einem handfesten Sturm vertreiben lassen. Für die Besucher stehen Regenponchos bereit.

Der Vorverkauf startet sofort, im Internet oder an den örtlichen Ticketstellen. Poschner schwebt schon jetzt eine Fortsetzung der Reihe vor: „Wir verstehen uns als Orchester des Landes und werden alles tun, die Präsenz im Land aufrechtzuerhalten.“

Von Christian Pichler

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