Oper bequem zu Hause lauschen

Metropolitan Opera bietet Konzert-Streams mit Weltstars wie Netrebko

Stars wie Jonas Kaufmann erklären sich bereit, für Live-Übertragungen im Netz zu singen.
Stars wie Jonas Kaufmann erklären sich bereit, für Live-Übertragungen im Netz zu singen. © APA/Hochmuth

Aufgrund der weiterhin gebotenen sozialen Distanz wird vielerorts nicht nur der Unterricht, sondern sogar die heilige Messe online übertragen. Was zuvor undenkbar schien, wird Realität.

Die New Yorker Metropolitan Opera schloss sich diesem Trend bereits im März an und demnächst darf auch die Abendgarderobe im Schrank bleiben. Denn mit Live-Übertragungen von Konzerten beschreitet die New Yorker Oper neue Wege. Singen sollen weltbekannte Opernstars vor besonderen Kulissen in Europa und Amerika.

Bereits am 18. Juli wird Jonas Kaufmann im Kloster Polling den Anfang machen. Der Münchner Opernsänger verkündete, er habe die Quarantäne mit der Aufnahme klassischer Lieder verbracht. „Das ist eine Kunstform, die für eine Zeit wie diese wie gemacht scheint“, so der erfahrene Tenor Kaufmann.

Weitere feste Größen der Opernwelt erklären sich ebenso zu Internet-Konzerten bereit. So wird Netrebko am 10. Oktober im Palais Liechtenstein in Wien auftreten. Zwei Wochen später sind Sopranistin Diana Damrau und der Malteser Tenor Joseph Calleja in Malta an der Reihe.

Damrau blickt auf anstrengende vergangene Wochen zurück, in denen sie kaum Zeit und Kraft zum Singen hatte: „Mit dem Lockdown habe ich dann von einem Moment auf den anderen aufgehört, Opernsängerin zu sein, und wurde zur Lehrerin für meine beiden Kinder.“

New Yorks Oper leidet schwer unter der Krise

Die stark von der Covid-19-Krise betroffene Institution in New York erhofft sich von der Aktion sowohl substanzielle, direkte Geldeinnahmen als auch Anstöße zum Spenden für Opernfreunde.

„Es ist eine sehr schwierige Zeit“, so der Direktor der Metropolitan Oper, Peter Gelb, bezüglich des zu erwartenden Einnahmeverlustes in Millionenhöhe. Bereits seit März sind die Pforten des namhaften Opernhauses geschlossen und sie werden es wohl zumindest bis Ende Dezember dieses Jahres bleiben.

Die Veranstaltungen mit den Weltstars finden ohne jegliches physisch anwesendes Publikum statt. Stattdessen kann jeder gemütlich von zu Hause aus für 20 Dollar (etwa 18 Euro) live mit dabei sein.

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