„Operettenzauber“ in Bad Ischl

Freitagnachmittag ereignete sich beim Lehár-Festival in Bad Ischl Erstaunliches. Trotz Bade- und Wanderwetter strömten Einheimische und Kurgäste in das Kongress&TheaterHaus, um unter dem feinen Titel „Operettenzauber“ das Ergebnis einer Meisterklasse für überwiegend junge Talente mitzuerleben. Über Anregung des Intendanten Thomas Einzinger leitete Linda Plech, die ehemals hochdramatische Sopranistin des Opernfachs, diese Meisterklasse. Plech und Enzinger moderierten, Helfer waren Daniel Prohaska, Claus-Peter Corzilius, Helena Sturm und die großartig belastbare Repetitorin Tamar Kurtskahlia. Das Lehár-Orchester stand unter der Leitung des am Münchner Theater am Gärtnerplatz verpflichteten Jürgen Goriup.

Zu hören waren nicht weniger als fünf Sopranstimmen, eine Mezzosopranistin, zwei Tenöre und ein nicht mehr zu den Jugendlichen gehörender Bassbariton. Insgesamt wurden 17 überwiegend bekannte Melodien geboten, aus Bad Ischl absolvierten die Sopranistin Juliane Kastlinger und die Mezzosopranistin Antonia Mathie den Meisterkurs. Kastlinger sang hingebungsvoll Suppés „Hab ich nur deine Liebe“ und erfreute mit Lehárs „Wir bummeln durchs Leben“ (mit Buffo Johannes Hubmer).

Ein noch wenig steif agierender Tenor besitzt, wie vor allem Lehárs „Oh Mädchen, mein Mädchen“ beweist, einen feinen lyrischen Zugang zur Kunstform Operette: Benjamin Purrer aus Heiligenkreuz bei Hall. Den bereits reiferen Bassbariton Mamuka Nikolaishvili aus Wien zeigte Kálmáns Duett „Komm mit nach Varasdin“ im Duett mit Sandra Bildmann voll Stimmkraft und Beweglichkeit.

Mit den von allen Teilnehmern in den Raum geschmetterten Lincke-Klängen „Das ist die Berliner Luft“ wurden die finalen Ovationen der beglückten Besucher noch gesteigert. Eine Anmerkung: Außer Erich Seitter, künstlerischer Berater dess „Operettenzaubers“, sah man keine Intendanten oder Manager. Hoffentlich haben wir uns geirrt … Ingo Rickl

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