Manfred Maurer

Meinung

von Manfred Maurer

Opfermythos

Die Attentäter von Sri Lanka verbindet mit den Urhebern der 9/11-Tragödie neben dem islamistischen Motiv ein ähnlicher sozialer Hintergrund. Wie Mohammed Atta & Co. entstammten die Ostersonntagsmörder der Mittel- bis Oberschicht, hatten studiert und beste Zukunftspersepektiven.

Schon 2016 ergab eine Weltbankstudie, dass unter den Dschihadisttouristen im IS-Kalifat zwar 17 Prozent Schulabbrecher waren, ein Viertel aber einen Uni-Abschluss und die große Mehrheit vor dem Trip in den Terrorstaat einen Job hatte.

Das heißt: Die Mehrzahl der Terroristen entspricht gar nicht dem von politisch-islamischen Propagandisten konstruierten Narrativ, demzufolge Muslime eine schwer benachteiligte Gruppe seien. Meist unausgesprochen werden damit Gewaltneigungen erklärt, wenn nicht gar gerechtfertigt.

Dass Muslime im buddhistisch dominierten Sri Lanka benachteiligt sind, ist nicht zu bestreiten. Christen sind dort allerdings mindestens ebenso diskriminiert. Und: In vielen Ländern leben Christen bestenfalls geduldet unter muslimischer Dominanz. Trotzdem ist christlicher Terror eine höchst seltene Ausnahme.

„Auch Christen sind diskriminiert. Trotzdem ist christlicher Terror eine seltene Ausnahme.“

Liegt das vielleicht doch am anderen religiösen Unterbau, der mehr das neutestamentarische Hinhalten der anderen Backe als alttestamentarische Aug’-um-Aug’-Zahn-um-Zahn-Ideologien propagiert?

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