Opferzahl steigt und steigt…

Schon 359 Tote auf Sri Lanka —Terroristen kamen aus der Oberschicht

Weil weitere Anschläge befürchtet werden, durchsuchen Polizisten mit Sprengstoffspürhunden die Friedhöfe von Colombo, ehe die Opfer des Osterterrors begraben werden können.
Weil weitere Anschläge befürchtet werden, durchsuchen Polizisten mit Sprengstoffspürhunden die Friedhöfe von Colombo, ehe die Opfer des Osterterrors begraben werden können. © AFP/Samad

Die Zahl der Toten nach der Anschlagsserie in Sri Lanka ist mittlerweile schon auf mindestens 359 gestiegen. Am Ostersonntag hatte die traurige Bilanzierung nach den Anschlägen auf drei Kirchen und drei Hotels bei 50 Todesopfern begonnen.

Da noch immer rund 500 Verletzte in den Spitälern liegen, sind weitere Todesfällen zu befürchten.

9 Selbstmordattentäter

Auf einem IS-Video werden acht - bis auf einen vermummte - Terroristen präsentiert, die den Massenmord auf Sri Lanka verübt haben sollen. © AFP
Auf einem IS-Video werden acht – bis auf einen vermummte – Terroristen präsentiert, die den Massenmord auf Sri Lanka verübt haben sollen. © AFP

Unterdessen wird immer mehr über die Urheber des Grauens bekannt. Die Selbstmordattentäter vom Ostersonntag waren wohlhabend und hatten im Ausland studiert. Die meisten von ihnen seien gebildet gewesen und hätten der oberen Mittelschicht angehört, sagte Sri Lankas Vize-Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene am Mittwoch.

Es seien insgesamt neun Selbstmordattentäter an den Anschlägen beteiligt gewesen, darunter eine Frau. Acht von ihnen seien bisher identifiziert worden, sagte Wijewardene. 60 Verdächtige seien bisher festgenommen worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte zuvor über ihren Propagandakanal Amaq ein Video mit acht großteils vermummten Terroristen veröffentlicht, die IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi auf Arabisch die Treue schwören.

Polizeichef gefeuert

Die Regierung räumte unterdessen Versäumnisse ein. „Es gab einen großer Fehler bei der Weitergabe von Geheimdienstinformationen“, sagte Wijewardene. „Dafür müssen wir die Verantwortung übernehmen.“ Staatspräsident Maithripala Sirisena wies den Polizeichef des Inselstaates und einen hochrangigen Beamten im Verteidigungsministerium am Mittwoch an, ihre Kündigung einzureichen.

In Behördenkreisen hieß es, Indien habe den Geheimdienst Sri Lankas Stunden vor der Bombenserie vor islamistischen Angriffen gewarnt. Es blieb zunächst unklar, ob und in welcher Form die Behörden daraufhin handelten. Parlamentspräsident Lakshman Kiriella beschuldigte hochrangige Vertreter des Geheimdienstes, Anschlagswarnungen geheimgehalten zu haben.

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