Opulenter Schmalz in Linz

„jedermann (stirbt)“ in den Kammerspielen

Michaela Lenhart, Alexander Hetterle und Florian Granzner
Michaela Lenhart, Alexander Hetterle und Florian Granzner © Philip Brunnader

2018 brachte Katka Schroth Elfriede Jelineks „Licht im Kasten“ in die Kammerspiele des Landestheaters in Linz — und es war ein fulminanter, irrer, schierer Wahnsinn. Was die Berlinerin jetzt aus Ferdinand Schmalz’ Neudichtung des „Jedermann“- Stoffes machen wird? Leise und zurückhaltend — wohl eher nicht. „Opulent“ ist das Wort, das Schroth und dem erneut für die Bühne verantwortlichen Hartmut Meyer häufig über die Lippen kommt, wenn es um die Inszenierung von „jedermann (stirbt)“ geht. Premiere ist am Freitag (19.30 Uhr) in den Kammerspielen.

Zum Investmentbanker macht Schmalz Jedermann, spielen wird ihn Alexander Hetterle. „Ich zettle gerne Spiele an mit Schauspielern“, sagt Schroth. Und eine wahre Spielernatur habe man mit Hetterle an der Hand. „Der hat sich von Beginn an mit großer Lust ins Bühnenbild geworfen.“ Das ein farbenfroher, naiver Spielraum geworden sei, so Meyer. Dem stehen die Kostüme von Sung-A Kim um nichts nach, comichaft wird es neben opulent auch werden.

Die Salzburger Schickeria weiblich, in Kostüm

Die Buhlschaft verbindet Schmalz mit dem Tod, neu im Stück ist die Frau des Jedermann, viel Text hat auch „die (teuflisch) gute gesellschaft“. „Die Festgesellschaft spielt in Salzburg schon auch eine Hauptrolle“, sagt der 34-jährige Erfolgsautor Schmalz: „Wie sich die Salzburger Schickeria dort selbst inszeniert, das gehört ja zu dem Ganzen auch dazu und klingt in meiner Bearbeitung mit.“

Wer in Linz den Jedermann teuflisch gut (?) berät, soll Überraschung bleiben. In den Kostümen stecken jedenfalls die drei Damen des Spiels Inga Wolff, Angela Waidmann und Katharina Hofmann, als Gott tritt Sebastian Hufschmidt auf, Florian Granzner und Michaela Lenhart geben die Vettern.

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