ORF-„Millionenshow“: Oberösterreicher holte die Million

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Immer wieder hat er versucht, mit dabei zu sein und als er beim vierten Mal dann die Chance bekam, hat er sie in jeder Hinsicht genutzt: Am Montag hat Christoph Götzendorfer (35) aus Esternberg als zweiter Oberösterreicher bei der ORF-„Millionenshow“ auf ORF 2 die Millionen-Frage richtig beantwortet und stand im Konfettiregen

Mit Lexikon, Ruhe und einer Portion Mut

Die Ruhe, die er selbst im kniffligsten Moment der Sendung ausgestrahlt hat, scheint eine seiner herausragenden Eigenschaften zu sein — neben einer beeindruckenden Intelligenz und einem beachtlichen Wissen.

„Vor der Aufzeichnung war eine gewisse Grundnervosität vorhanden, aber während der Sendung war ich komischerweise extrem ruhig“, erzählt Götzendorfer, der internationale Wirtschaft und Management an der FH Kufstein studiert hat und bei einem Schuherzeuger den Export betreut, im VOLKSBLATT-Gespräch. „Mein Ziel war es, in die Mitte zu kommen und dann zu schauen, wie weit es geht.“ Unter 15.000 Euro hätte er aber nicht freiwillig aufgehört.

„Ich habe mir das Lexikon der Allgemeinbildung gekauft und es von A bis Z durchgegangen, alles, was ich im Alltag aufgeschnappt und nicht gewusst habe, in Wikipedia nachgeschlagen und die Nachrichtenszene noch intensiver verfolgt als sonst“, erzählt Götzendorfer über seine Vorbereitung.

Drei Wochen vor der Aufzeichnung sei er über seine Teilnahme informiert worden. Seine Stärken würden im Bereich Geschichte und Politik liegen: „Aber natürlich kann man da auch eine Frage erwischen, die man nicht auf dem Schirm hat.“ Im Bereich Botanik sei er hingegen weniger gut aufgestellt. Er habe die Fragen insgesamt als den jeweiligen Gewinnstufen entsprechend schwierig empfunden.

Ins Grübeln gebracht hat ihn anfangs nur die Frage nach der Farbe von Matcha-Tee: „Wenn ich Tee trinke, dann bin ich krank“, sagt Götendorfer lachend — und hat dann im entscheidenden Moment doch die richtige Antwort, nämlich Grün wie Shrek, eingeloggt. Und in der Folge manchmal auch ein wenig gezockt: „Es gab zwei, drei Situationen, wo ich eine begründete Vermutung hatte, aber nicht 100-prozentig sicher war, da hatte ich Gott sei dank den Mut.“

150.000 Euro mit der Tante als Telefonjoker

Seine Telefonjoker habe er freilich so ausgesucht, dass die eigene Schwächen abgedeckt werden und damit die richtige Wahl getroffen. Seine Tante, Allgemeinmedizinerin und äußerst kunstinteressiert, konnte ihm sofort bei der Frage, wen Da Vinci einst mit einem Bäcker verglichen habe, helfen, nämlich Michelangelo — Wert: 150.000 Euro.

Die Aufzeichnung der Sendung erfolgte bereits am 29. September. Der Neo-Millionär und zweifache Familienvater hat seither sein Geheimnis für sich behalten müssen. „Durch die aktuelle Situation im Lockdown müssen wir auch das Feiern zuhause später nachholen“, sagt Götzendorfer. Gefeiert habe er aber am Tag seines Sieges noch mit den übrigen Kandidaten ordentlich.

„Natürlich hat man vorher hypothetische Ansätze, was man mit dem Geld machen will. Jetzt versuche ich einmal, alles zu verdauen und zu genießen und einen ruhigen Kopf zu bewahren“, gibt er sich über die Pläne, die er mit dem Geld schmiedet, ziemlich bedeckt. Eine geplante Reise, die mit befreundeten Familien dieses Jahr coronabedingt ausgefallen ist, möchte er aber auf jeden Fall übernehmen — wenn sie dann wieder möglich ist.

1 Million für: Wonach ist Waldorfschule benannt?

Mit der Lokalisierung der Liberty Bell in Philadelphia hatte der Kandidat dann 300.000 Euro in der Tasche und kurz Pause. Auf die Frage: Namensgebend für die „Waldorfschule“ war eine …? A: Märchensammlung, B: Reformpädagogin, C: Zigarettenfabrik, D: Glaubensgemeinschaft (richtig: C) setzte dann am Montag in der „Millionenshow“ der Goldregen ein: „Der aufregendste Moment.“

Auch wenn es für Götzendorfer in dieser Show nichts mehr zu holen gibt — man darf nur einmal antreten — will er die Sendung weiter schauen und gibt sich bescheiden: „Wir werden sehen, ob ich die nächsten Fragen im hohen Bereich auch weiß, oder ob ich einfach Glück gehabt habe …“

Von Melanie Wagenhofer

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