„Orgel, Oper, Ordinarium“

Hochgenuss mit St. Florianer Sängerknaben & Chorus Viennensis

Gruppenbild mit Dame: Die St. Florianer Sängerknaben, der Chorus Viennensis und die Organistin Zita Nauratyll brachten ein Konzert mit Tiefgang auf die Brucknerhaus-Bühne.
Gruppenbild mit Dame: Die St. Florianer Sängerknaben, der Chorus Viennensis und die Organistin Zita Nauratyll brachten ein Konzert mit Tiefgang auf die Brucknerhaus-Bühne. © Reinhard Winkler

Von Christine Grubauer

Kaum vorstellbar, wie das versierte Team des Brucknerhauses ein Programm mit „Orgel, Oper, Ordinarium“ zu einem künstlerischen Hochgenuss mit Werken von Meyerbeer, Liszt und Camille Saint-Saens zusammenstellt.

Im Mittelpunkt des Abends steht die junge ungarische Organistin Zita Nauratyll, ihr gelingt mit Giacomo Meyerbeers „Königsmarsch“ aus der Oper „Le Prophete“, gleich zu Beginn den ganzen Glanz und die Pracht der Brucknerhausorgel zur Darstellung zu bringen.

Aber auch für den differenziert und dynamisch klingenden, aus ehemaligen Wiener Sängerknaben bestehenden „Chorus Viennensis“ (Michael Schneider) war die Organistin mit zarter Begleitung für den Psalm 116 aus Franz Liszt Graduale der „Ungarischen Krönungsmesse“ im Einsatz.

Beim „Ave verum“ für Knaben und Männerchor mit Orgelbegleitung kam die große Schar der Florianer Sängerknaben (Markus Stumpner) auf die Bühne und konnte mit Giacomo Meyerbeers a-capella „Kindergebet“ mit klarer Intonation punkten und beim „Hallelujah“ im kraftvollem Wechsel mit den Männerstimmen aufjauchzen. Der Abschluss vor der Pause galt wieder der Orgel mit Fantasie und Fuge von Franz Liszt aus Giacomo Meyerbeers Oper „Le Prophete“, der in vierzig Minuten langer Spielzeit (!) alle Register und klanglichen Facetten des Instrumentes aufzeigte.

Wunderbar intonierte Männerchöre

Die Begegnung Camille Saint-Saens mit den von ihm verehrten Liszt im Jahr 1852 brachte dessen in Frankreich umkämpftes Werk wieder auf die Bühne. Und so folgten auch im Programm die wunderbar intonierten Männerchöre „Veni creator Spiritus“ mit Orgel von Camille Saint-Saens und von Franz Liszt das gesamte Ordinarium der Messe, die in erhebend ruhig dahinschwebenden Klängen und Solis (Tenor: Gernot Heinrich und Christian Bauer, Bass: Andreas Jankowitsch und Johannes Gisser) zutiefst beeindruckten.

Die „Vogelpredigt“ des hl. Franziskus als Liszt-Klavierfassung – setzt Saint-Saens für Orgel in virtuose ungewöhnliche Flötenregister um, die von Zita Nauratyill in enorm brillanter Spielmanier in immer neuen Facetten überraschten. Es war ein Konzertereignis mit Tiefgang und neuen Erkenntnissen, belohnt mit langem Applaus im leider nicht ganz vollem Saal.

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