Osterfestspiele Salzburg 2020: Offene Personalfragen

“Das besprechen wir im stillen Kämmerlein.” Mit diesen Worten machte die Aufsichtsratsvorsitzende der Osterfestspiele Salzburg GmbH, Sarah Wedl-Wilson, am Sonntag bei der Programmpressekonferenz deutlich, dass Fragen zum Konflikt zwischen Christian Thielemann und Nikolaus Bachler unerwünscht sind.

Journalisten hatten wissen wollen, warum ausgerechnet Nikolaus Bachler als geschäftsführender Intendant dem künstlerischen Leiter des Festivals, Christian Thielemann, zur Seite gestellt werden soll. Wedl-Wilson beschwichtigte: “Ein guter Geschäftsführer ist für die Zahlen verantwortlich und nimmt auf die Wünsche der künstlerischen Leitung Rücksicht.”

Im Herbst 2018 wurde der Münchner Opernintendant Nikolaus Bachler ab 2020 zum kaufmännischen Geschäftsführer und ab 2022 zum Intendanten der Osterfestspiele Salzburg bestellt. Thielemann hatte eine Zusammenarbeit mit Bachler allerdings mehrfach dezidiert ausgeschlossen. Thielemann äußerte sich dazu heute nicht. Wedl-Wilson bestätigte, dass es auch mit dem scheidenden Staatsoperndirektor Dominique Meyer Gespräche gebe. “Da gilt aber vorerst der Datenschutz”, so die von der Salzburger Land Tourismus GmbH in den Aufsichtsrat entsandte Managerin.

So bleiben personell also nach wie vor einige Fragezeichen. Fix ist hingegen, dass die Oper des Festivals zu Ostern 2020 “Don Carlo” von Giuseppe Verdi sein wird. Das Werk soll in der vieraktigen Version ausgeführt werden. Quasi als erster Akt ist ein zwölf-minütiges Vorspiel des Komponisten Manfred Trojahn vorgesehen. Regie wird Vera Nemirova führen, die bereits 2017 “Die Walküre” in Salzburg inszeniert hat. Die Solisten: Ildar Abdrazakov als Philipp, Yusif Eyvazov als Don Carlo, Franco Vassallo als Rodrigo, Anja Harteros als Elisabeth und Ekaterina Semenchuk als Ebol.

Im Konzertbereich 2020 kommt die ursprünglich für heuer geplante Uraufführung des Orchesterwerkes “Der Zorn Gottes” von Sofia Gubaidulina. Als “Hauptwerk” des Konzertangebotes aber bezeichnete Thielemann die “Gurre-Lieder” von Arnold Schönberg, bei denen der Chor des Bayerischen Rundfunks und der Philharmonische Chor aus Prag im Zentrum stehen werden.

Mit der Kammeroper “La piccola Cubana” von Hans Werner Henze und Magnus Enzensberger ist eine weitere Uraufführung geplant. Zwar gibt es bereits eine sogenannte Fernsehversion (1974) dieses Stücks aus dem Jahr 1973. Aber als Kammeroper wird “La piccola Cubana” von Jobst Liebrecht jetzt neu eingerichtet.

Darüber hinaus wird Daniel Harding die Sächsische Staatskapelle Dresden mit Gustav Mahlers “10. Symphonie” dirigieren. Außerdem auf dem Programm steht Rudolf Buchbinder, der die Klavierkonzerte Nr. 1 und Nr. 5 von Jahresjubilar Ludwig van Beethoven sowie das Fragment des ersten Satzes des unvollendeten Klavierkonzertes Nr. 6. geben soll.