Pandemie beschleunigte Rückkehr von Top-Jungwissenschafter nach OÖ

Richard Küng forscht ab 1. April im Bereich Quanteninformatik an der JKU

Richard Küng genoss die freie Zeit in Cambridge am Strand von Cardiff. © privat

Um eine Woche früher als ursprünglich geplant ist Richard Küng aus Kalifornien ins heimatliche Hagenberg (Bezirk Freistadt) zurückgekehrt, um am 1. April seine „Tenure Track“-Professur für Quanteninformatik an der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz anzutreten.

„Grund war die rasche Ausbreitung des Coronavirus. Ich habe am Dienstag vor zwei Wochen den vorletzten Flieger von Los Angeles genommen und bin mit der AUA am Tag darauf in Wien gelandet“, zeigt sich der Wissenschafter im Gespräch mit dem VOLKSBLATT erleichtert.

Seither wohnt er im Dachgeschoß des elterlichen Hauses im Mühlviertel und hat unter anderem bereits fleißig im Garten und beim Kochen von regionalen Spezialitäten mitgeholfen.

Trotz seiner erst 31 Jahre zählt Küng im Bereich der Quanteninformatik zu den international anerkannten Experten. Er verbrachte die vergangenen 13 Jahre durchwegs im Ausland – unter anderem in Zürich, Cambridge, Freiburg, Sydney, Köln, Berlin und als Höhepunkt seit 2017 am California Institute of Technologie (Caltech) in Pasadena.

In diesem weltweit führenden Zentrum für Quantum Computing haben nur die besten Bewerber aus aller Welt eine Chance auf eine Anstellung als Forscher.

JKU gegenüber Google und Amazon vorgezogen

Obwohl ihm die Internet-Riesen Google und Amazon Job-Angebote gemacht hatten, entschied sich Küng, der 2017 mit der Talentförderungsprämie des Landes OÖ ausgezeichnet wurde, für die Rückkehr nach Linz.

Hier soll er die Kompetenzen der JKU im Bereich Informatik – die Stelle wurde auf Betreiben von Prof. Robert Wille ausgeschrieben – stärken. Einziger Wermutstropfen für ihn ist, dass seine Schweizer Freundin wegen Corona vorerst nicht zu ihm ins Mühlviertel ziehen kann.

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