Pandolfis Consort: Johannespassion PUR (Gramola)

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Eine CD mit J.S. Bachs Johannespassion mit dem Zusatz PUR vom Pandolfis Consort ist auf den Markt gekommen. Der erweiterte Titel soll eine besonders originäre Version dieses Werkes andeuten. Der Eindruck ist recht zwiespältig.

Einmal wegen der kammermusikalischen Einspielung, die dem Werk nicht gerecht wird, und zum zweiten fehlt die in der Passion über das Leiden Jesu nötige Dramatik. Zum Teil sind diese Mängel der Besetzung geschuldet.

Ein nicht näher bezeichneter Wiener Solistenchor singt den Text des hier undramatischen Geschehens undeutlich, unterstützt von dem Mini-Orchester Pandolfis Consort, ein Dirigent fehlt. Es ist auch kein Tenor-Solist für den Part des Evangelisten zu hören, sondern der Schauspieler Fritz von Friedl, dessen Deklamation sehr zu wünschen übrig lässt.

Das solistisch agierende Orchester ist zwar namentlich genannt, aber damit kann die allgemein langweilige Aufnahme auch nicht abgeschafft werden. Sie wird aber in einer Zeit der gefragten Original-Apostel und der Hochkonjunktur der Interpretation auf alten Instrumenten sicher auch Interessenten finden.

Zu erwähnen wäre noch, dass sich Bach für seine Passion mindestens 150 Mitwirkende wünschte, was auch etwa für Haydns „Schöpfung“ gegolten hatte, wenn dies auch die räumlichen Gegebenheiten von damals nicht zuließen.

Georgina Szeless

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