Papst erteilt Todesstrafe endgültig eine Absage

Franziskus streicht umstrittene Passage aus dem Katechismus

Fünftes Gebot gilt jetzt absolut: Franziskus sagt ohne Wenn und Aber Nein zur Todesstrafe.
Fünftes Gebot gilt jetzt absolut: Franziskus sagt ohne Wenn und Aber Nein zur Todesstrafe. © AFP/Solaro, blattwerkstatt-stock.adobe.com

Jahrhunderte hindurch hat sich die katholische Kirche selbst nicht daran gehalten, jetzt aber gilt das Fünfte Gebot ohne Wenn und Aber: Du sollst nicht töten! Papst Franziskus hat nämlich eine umstrittene Passage aus dem seit 1992 geltenden Katechismus verbannt, derzufolge die katholische Kirche die Todesstrafe sozusagen als Ultima Ratio toleriert hat (siehe Zitat). In einer am Donnerstag vom Vatikan veröffentlichten Änderung des Katechismus heißt es, die Todesstrafe sei „unzulässig, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt“.

Der aktualisierte Katechismus-Artikel 2267 führt aus, heute gebe es „ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass die Würde der Person auch dann nicht verloren geht, wenn jemand schwerste Verbrechen begangen hat“. Zudem habe sich das Verständnis vom Sinn von Strafsanktionen gewandelt. Auch gebe es inzwischen wirksamere Haftsysteme, die sowohl die Sicherheit der Bürger garantierten als auch eine Besserung des Täters erlaubten.

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Außerdem, tritt die Kirche offiziell für den entschiedenen Kampf zur weltweiten Abschaffung der Todesstrafe ein. Der Heilige Vater ist als vehementer Gegner der Todesstrafe bekannt. 2016 hatte er erklärt, es freue ihn, dass auf der ganzen Welt der Widerstand gegen die Todesstrafe wachse. Auch ein Verbrecher habe „ein unantastbares Recht auf Leben“, dieses sei schließlich „ein Geschenk Gottes“.

Schon Johannes Paul II. wollte klare Formulierung

Der Katechismus ist unter Papst Johannes Paul II, entstanden. Einer der Mitautoren dieser für Katholiken verbindlichen Richtschnur war der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn. Dieser hat darauf hingewiesen, dass schon Johannes Paul II. in Bezug auf die Todesstrafe eine entschiedenere Formulierung gewollt hätte, dann aber doch die von der Kommission vorgeschlagene Formulierung akzeptiert habe.