Paris mit Sieg im Super-G zur ersten Weltcup-Kugel

Dominik Paris hat die Dominanz der Norweger im Super-G-Weltcup gebrochen. Der Südtiroler gewann am Donnerstag in Soldeu nach der Abfahrt auch das zweite Speedrennen des Weltcupfinales und holte sich damit seine erste Kristallkugel überhaupt. Er siegte vor dem Schweizer Mauro Caviezel (0,15 Sek.) und Vincent Kriechmayr (0,44), der sich vor Caviezel Rang zwei in der Disziplinwertung sicherte.

Der derzeit in Überform agierende Super-G-Weltmeister Paris ließ seinen Speed-Doppelpacks in Bormio und Kvitfjell das dritte Double in diesem Winter folgen, dazu hatte er die Abfahrt in Kitzbühel gewonnen. “Es heißt, man ist bei allen Verhältnissen der Beste, das bedeutet für einen Skifahrer das meiste”, stufte Paris die Kugel ganz oben ein.

In der Abfahrt hatte es trotz vier Saisonsiegen nicht zum Kristall gereicht, da musste er dem Schweizer Beat Feuz den Vortritt lassen. “Heute habe ich genau gewusst, ich darf keinen Fehler machen. Heute hätte ein Fehler sicher viel gekostet”, meinte Paris, der nach sieben Disziplinerfolgen für Norwegen für eine Wachablöse sorgte. Für Italien war es der erste Super-G-Kugelgewinn seit Peter Runggaldier 1995.

Kriechmayr, der wie insgesamt sechs Athleten noch die Chance auf die Kugel hatte, lieferte “ein gutes Rennen ab”, verloren habe er es im oberen Teil. Besonders ein Sprung machte das Rennen zur großen Herausforderung, es war auch Glück, dass es keinen Verletzten zu beklagen gab. Der Oberösterreicher hatte wie seine Kollegen einen Funkspruch von Hannes Reichelt erhalten, und legte es so an, dass er nicht im Flachen landete. “Der Sprung ist ein Element eines Speedrennens”, hielt sich Kriechmayr mit Kritik zurück.

Seine Saison bezeichnete er als “definitiv gut”, die WM sei mit zwei Medaillen super gewesen, für den Weltcup habe er sich ein anderes Ziel gesteckt. “Die ganze Mannschaft wollte um eine Kugel mitfahren. Das ist uns nicht gelungen. In der Hinsicht müssen wir uns schon Kritik gefallen lassen. Trotzdem war es eine super Saison für mich, Zweiter ist auch nicht selbstverständlich.” Das Ziel war gewesen, die erste Speed-Kugel seit 2008 und Reichelt im Super-G sowie 2012 und Klaus Kröll in der Abfahrt zu holen. Dass misslang. Die Wartezeit wurde verlängert.

Mayer beendete Rennen und Disziplinwertung als Sechster, zum wiederholten Male in diesem Winter war eine tolle Fahrt durch einen Hackler zunichtegemacht. “Das hat sich so durchgezogen heuer. Trotzdem war ich vom Technischen her sehr gut dabei, ich kann zufrieden sein. Verletzungsfrei und sehr konstant zwischen fünf und zehn, zweimal am Stockerl.” Den Sprung bezeichnet er als “völlig unnötig”, der Muskel in der Wade habe etwas abbekommen, es sei nichts Gravierendes, das könne man ausmassieren.

Der Salzburger Reichelt ärgerte sich sehr über den zweiten Sprung, er habe das schon bei der Besichtigung gesehen. “Eine Frechheit, sie hätten nach Innerhofer oder mir mal kurz stoppen und was tun müssen. Er ist komplett ins Flache gegangen, ich spüre das Kreuz und das Knie. Es ist traurig, dass man nicht reagiert.” Er habe nach seiner Fahrt zu einem FIS-Verantwortlichen gesagt, dass man ein Kreuzzeichen machen könne, wenn das heute glimpflich ausgeht. Er selbst sei froh, dass die Saison zu Ende sei und traurig, dass es nicht besser gelaufen sei, er war nie auf das Podest gekommen.