Pascal Mercier: Das Gewicht der Worte

Wie lebt man weiter, wenn man schon mit einem Bein im Grab stand und mit allem abgeschlossen hat? Der Held in Pascal Merciers neuem Roman „Das Gewicht der Worte“ muss das herausfinden. Dabei verliert er sich in viel zu vielen Wörtern.

Sie haben es nicht leicht zur Zeit, die älteren weißen Männer. Als letzte Vertreter einer patriarchalischen Gesellschaftsordnung müssen sie für alles, was ihre Vorväter angerichtet haben, den Kopf hinhalten. Bestsellerautor Pascal Mercier, mit Jahrgang 1944 und Geburtsort Bern selbst ein älterer weißer Mann, nimmt sich ihrer an. Der Held: Simon Leyland aus London, Übersetzer literarischer Texte in Triest, Witwer einer erfolgreichen Verlegerin und Vater zweier erwachsener Kinder, kann plötzlich nicht mehr sprechen.

Es war nur eine „migraine accompagnée“ — nach kurzer Zeit kann Leyland wieder normal kommunizieren. Doch die ärztliche Diagnose attestiert ihm einen Hirntumor, der bald zum Tod führen werde. Häufige Wiederholungen werden im Verlauf des Romans mühsam. Nachdem Leyland erfährt, dass die Diagnose falsch war, reist er nach London, um einen Weg zurück ins Leben zu finden. Schreiben, die eigene Stimme finden…

Pascal Mercier: Das Gewicht der Worte. Hanser Verlag, 576 Seiten, 26,80 Euro

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