Passagierschifffahrt lichtet wieder die Anker

Seemann, Wind und Wellen rufen dich hinaus: So lautet das Kommando nun wieder nach der coronabedingt schwierigen Zeit für die heimische Binnen-Passagierschifffahrt. An vielen heimischen Seen und Flüssen heißt es Leinen los.

„Wir sind sehr froh, dass wir wieder in See stechen dürfen, wenn auch verspätet“, sagt der Geschäftsführer der Wörtherseeschifffahrt, Franz Huditz. Wirtschaftlich werde auch die neue Saison „ein Kraftakt“. Man hoffe aber im Sommer auf die Touristen.

Die Wörthersee-Schifffahrt hat schon am Mittwoch abgelegt und die größte heimische Personenschifffahrtsfirma, die DDSG Blue Danube Schifffahrt, sticht zu Pfingsten wieder in Fluss. Selbiges steht etwa am Boden-, Millstätter- und Wolfgangsee bevor.

Die meisten Schifffahrtsgesellschaften eint, dass sie Linien-, Rund-, Event- und Charterfahrten anbieten. „Das Geschäft mit den Charterfahrten ist seit vorigem Jahr gänzlich weggebrochen. Normalerweise haben wir 150 im Jahr“, erklärte Huditz im Gespräch mit der APA.

Die Charterfahrten würden als Zusammenkünfte gelten und derzeit nur „verhalten gebucht“. Etwa litten die Hochzeiten auf den Schiffen, die ein gutes Drittel der Charterfahrten ausmachen, so der oberste Kapitän der Wörthersee-Schifffahrt. „Das fehlt natürlich sehr.“

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Freilich ist die Ausflugsschifffahrt weiter von Coronaregeln mitbestimmt, die es einzuhalten gilt. Die Verordnung des Sozialministeriums stellt klar, das Ausflugsschiffe im Linienbetrieb als Massentransportmittel gelten. Was es aufgrund dieser Einstufung auf den Schiffen nicht gibt sind Kapazitätsbegrenzungen. Speisen und Getränke dürfen ausgegeben werden – nach Regeln wie in der Gastronomie. „Bei der Benützung unserer Linienschiffe tragen Sie bitte eine FFP2-Maske und halten Sie einen Abstand von 2 Metern zu Personen, die nicht in Ihrem Haushalt leben, ein“, heißt es etwa auf der Homepage der Millstätter See Schifffahrt, die ab Pfingstsonntag wieder ihre acht Haltestellen am Oberkärntner Gewässer ansteuert.

Bereits am Pfingstsamstag werden die Anker etwa auf der Donau, dem Boden- und dem Wolfgangsee gelichtet. Die DDSG hat eine Flotte von sieben Schiffen. In der Wachau wird morgen gestartet. Erste Tagesausflüge von Wien aus nach Dürnstein und Bratislava gibt es ab 30. Mai.

Die Wolfgangseeschifffahrt, ein Betrieb der Salzburg AG Tourismus, wirbt mit sieben Anlegestellen an bekannten Tourismusorten und mit eleganten Jugendstilvillen, die vom Schiff aus zu bewundern sind. Das Salzkammergut-Feeling perfekt machen soll der Blick auf die umliegende Bergwelt und Glockengeläut der Wallfahrtskirche.

Die Wörtherseeschifffahrt macht darauf aufmerksam, dass alle Mitarbeiter wöchentlich im Rahmen des Programms „Sichere Gastfreundschaft“ PCR-getestet werden. Die Innenräume wurden mit Luftreinigungsgeräten ausgestattet, Desinfektionsmittelspender und Coronamasken stehen zur Verfügung. Die Schiffe werden laufend desinfiziert und auch für die nötigen Abstände werde gesorgt.

Am Bodensee legen die Vorarlberg Lines am Samstag zu Rundfahrten in der Bregenzer Bucht und auch zu einer Ausflugsfahrt zum Rheindamm los. Von dort kann man mit dem historischen Rheinbähnle zurücktuckern.

Die Berufsgruppe Schifffahrt in der Wirtschaftskammer (WKÖ) umfasst insgesamt 450 Unternehmen mit über 100 Schiffen in der Passagier- und Güterschifffahrt bzw. von Raftingbetrieben und Häfen.

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