Paul Weller: On Sunset

Wenn eine Rock-Ikone mit 62 ein Album „On Sunset“ („Über den Sonnenuntergang“) nennt, könnte das mit Altersmelancholie oder gar einer gewissen Endzeitstimmung zu tun haben.

Aber man muss nur die kraftstrotzende, faszinierend jung gebliebene Stimme von Paul Weller im Opener „Mirror Ball“ hören, um zu erkennen: Nein, dieser Mann ist nicht etwa wehleidig.

Der „Godfather of Britpop“ ist in den Liedern dieses 15. Soloalbums ganz bei sich: als Leitfigur einer typisch englischen Popmusik, die ihre Einflüsse von Beatles, Kinks und Small Faces über „Northern Soul“ bis zum melodischen Punkrock, Mod-Sound oder Funk seiner Bands The Jam und The Style Council bezieht. „On Sunset“ ist eine Platte, die den legendären Musiker auf der Höhe seines Könnens als Sänger, Songschreiber und Arrangeur präsentiert.

Die zehn (in der Deluxe-Version 15) Tracks sind überwiegend üppig instrumentiert, mit wuchtigen Drums, Orgel-, Gitarren- oder Elektronik-Effekten. Und obendrauf thront diese unnachahmliche Soul-und Rock-Röhre.

Funky groovende Lieder wie „Old Father Tyme“ und „More“, „Sunset“ mit feinem Gitarrenzitat aus George Harrisons Welthit „My Sweet Lord“), das lässige „Walkin’“, die Ballade „I’ll Think Of It“ — es sind einige von Paul Wellers besten, zugänglichsten Songs der vergangenen 20 Jahre auf diesem Album versammelt.

Hörprobe:

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