Pause für Wienroither wegen positivem Corona-Test

Am Freitag konnte sie noch gut lachen, jetzt folgte der Rückschlag © APA/GEORG HOCHMUTH

Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam muss im zweiten Gruppenspiel bei der EM in England am Montag (18.00 Uhr/live ORF 1) gegen Nordirland auf Laura Wienroither verzichten. Die Rechtsverteidigerin wurde positiv auf das Coronavirus getestet, wie der ÖFB am Samstagnachmittag verlautete. Die Arsenal-Legionärin weise milde Symptome auf und wurde umgehend isoliert. Es ist bereits der zweite Coronafall im Team nach jenem von Stürmerin Lisa Kolb, die gar nicht angereist war.

Zudem war vor Turnierstart mit Reinhard Wögerbauer auch ein ÖFB-Physiotherapeut positiv getestet worden. „Wir wussten, dass es passieren kann, wir haben es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einfach nicht in der Hand“, sagte ÖFB-Teamchefin Irene Fuhrmann. Der Ausfall sei bitter. „Laura hat sehr konstant agiert, wir konnten immer auf sie zählen“, erinnerte die 41-jährige Wienerin. Ob bzw. wann Wienroither wieder ins Geschehen einsteigen kann, sei nicht abzuschätzen.

Das Thema Corona stört somit wieder die Vorbereitung auf eine EM-Partie. Gut für Fuhrmann ist da, dass es im Vergleich zu 2017, wo sich die ersten elf quasi von selbst aufgestellt hatten, auf allen Positionen starke Konkurrenz gibt. „Wir haben auch andere Optionen und einen breiten Kader“, verlautete die ÖFB-Trainerin. Anstelle von Wienroither hat wohl Katharina Schiechtl die besten Startelf-Aussichten.

Die war von der großen ÖFB-Aufsteigerin Wienroither verdrängt worden. Wenige Stunden vor dem Bekanntwerden des Corona-Ergebnisses ihrer Kollegin hatte sie noch beim Medientermin im Hotel Pennyhill Park darüber gesprochen, dass sie mit der Reservistenrolle überhaupt kein Problem hat. Nun könnte sie ganz schnell – wie auch bei der EM-Premiere 2017 in den Niederlanden – wieder die Hauptrolle spielen, was einmal mehr zeigt, wie schnell es im Fußball gehen kann.

Gerade gegen die Nordirinnen könnte Schiechtls Spielertyp gefragt sein, zeichnen die 29-Jährige doch vor allem Robustheit und Kopfballstärke aus. Bei einem engen Spielstand wäre sie auch in der Offensive ein Thema. „Es hat schon Spiele gegeben bei Bremen, wo der Trainer gesagt hat, geh vorne in den Sturm und halte deinen Schädel hin. Wegen meiner Größe und Kopfballstärke kann das schon ein probates Mittel sein“, sagte die auch für ihre weiten Einwürfe bekannte Abwehrspielerin.

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Auch in der Innenverteidigung und im Mittelfeld drängen sich Akteurinnen auf. Gerade gegen den EM-Debütanten wäre es daher nicht überraschend, würde es weitere Änderungen im Vergleich zum Auftakt-0:1 gegen England geben. Eine die davon betroffen sein könnte, ist Laura Feiersinger. Die Frankfurt-Legionärin war im Old Trafford Stadium nach längerer Zeit wieder einmal fast über die gesamte Spielzeit zum Einsatz gekommen. „Das hat gut getan. Ich finde es immer angenehmer, mehr Spielzeit zu bekommen, je besser kommst du auch rein. Ich würde es schön finden, wenn ich alle drei Gruppenspiele spielen könnte“, so die 29-Jährige.

Sie war in letzter Zeit immer wieder aus Verletzungssicht ein bisschen ein Sorgenkind, genauso wie Kapitänin Viktoria Schnaderbeck, bei der es auch genau abzuwägen gilt, ob nicht eine Pause besser wäre. Fix zum Zug kommen wird Nicole Billa an vorderster Front. Doch auch sie spürt Druck von hinten. „Es sind auch andere Spielerinnen da, die die Position gut besetzen können. Das macht uns stärker“, verlautete Österreichs Fußballerin des Jahres 2021.

Bei jeder Akteurin merke man, dass sie sich mit der eigenen Rolle abfinde. „Der Zusammenhalt ist einer unserer größten Stärken. Wir spielen alle füreinander, jeder gönnt der anderen die Spielzeit. Man bekommt von allen Seiten Unterstützung“, betonte Österreichs zweiterfolgreichste Torschützin. Sie sei froh über dieses Teamgefühl. „Das wird sich auch so schnell nicht ändern, weil wir uns seit vielen Jahren kennen und miteinander Zeit verbringen, viel auch in unserer Freizeit“, gab Billa Einblick. Und Schiechtl ergänzte: „Natürlich hoffe ich immer auf einen Einsatz, aber es ist bei uns so, dass das Team an erster Stelle steht und alle sich daran halten.“

Das konnte auch Schnaderbeck nur unterstreichen: „Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns der Mannschaft unterordnen. Da ist keine Spielerin, die die große Aufmerksamkeit auf oder neben dem Platz bekommt. Das ist auch was, für das wir alle einstehen und das wirklich authentisch gelebt wird.“

Das spielt auch Fuhrmann in die Karten, die also keine Brandherde löschen muss. „Natürlich gibt es einen großen Konkurrenzkampf im Team, dennoch schaffen wir es, dass sich jede Spielerin so einbringt, dass sie das Team stärker macht. Sie sind alle extrem gut vom Charakter her“, sagte die ÖFB-Teamchefin. Aus sportlicher Sicht habe man nun die Möglichkeit mit Wechseln auf Spielverläufe bestens reagieren zu können. „Wir können für Impulse, Stabilität oder Dynamik sorgen, haben viele unterschiedliche Spielerinnentypen“, so Fuhrmann.

Fraglich ist, ob sie am Montag auf Stefanie Enzinger zählen kann, die das Samstagtraining wegen Knieproblemen ausließ.

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